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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XXII. Die Geologie der neuesten Zeit.

De Konincks Studien über das belgische Kohlengebirge setzteI.A.Gosselet fort, dessenProdromus" einer Geologie des Landes(1830) die bis dahin erreichten Resultate einheitlich zn überblickengestattet. Die 1877 in Fluß geratenen Arbeiten einer LandeS-dnrchforschung wurden E. F. Dupont (geb. 1841) unterstellt, undden im Maßstabe 1 : 20 000 hergestellten Karten dieser Landes-behörde erteilt v. Zittel das Prädikatmusterhaft". Außerdemwirkt seit 1896 ein von M. Mourlon beaufsichtigterGeologisch-belgischer Dienst" zunächst im montanistischen und weiterhin auchim allgemein-wissenschaftlichen Interesse. Was ersteres für eineuStaat zu besageu hat, dessen Wohlstand großenteils auf denmetallurgischen Gewerben und auf der Glasindustrie beruht, bedarfkeiner weiteren Auseinandersetzung.

Das Vaterland der wissenschaftlichen Stratigraphie, Groß-britannien , ist ans dem einmal betretenen Wege rüstig fortgeschritten.De la Beche , der uns als erster Chef der geologischen Landes-aufnahme iu bester Erinnerung steht, hatte bis 1871 R. Mur-chison zum Nachfolger; bis 1881 war A. C. Ramsay (18141895)an der Spitze, dem sein eigeuer Nachfolger, Archibald Geikie (geb. 1835), ein schönes biographisches Denkmal gesetzt hat. Geikieist noch jetzt der oberste Leiter. DieKurven" zerfüllt in dreiAbteilungen mit je einem eigenen Vorstände, und zwar, der geo-graphischen Gliederung folgend, für England-Wales, Schottland und Irland . Wenige schottische Distrikte abgerechnet, ist dieeigentliche Feldarbeit als abgeschlossen zu betrachten, nnd man gehtemsig daran, die älteren Karten, die noch zu sehr den minder ent-wickelten Kenntnisstand der Vergangenheit verraten, durch verbessertezu ersetze». Eh. Lapworth hat es durch feine Analyse des strati-graphischen Befundes dahin gebracht, die überaus verwickeltenLagerungsverhältnisse Hochschottlands aufzuklären, und andereGeologen sind ihm darin gefolgt, von Ausländern insbesondereA. Rothpletz.

Im Norden Europas haben Holland , das nur iu der Um-gebung Mastrichts anstehendes Gestein aufweist, und Dänemark ,wo sich nur die Kreideinsel Möen und die Grauitinsel Bornholm im gleichen Falle befinden, den Geologen nur ein beschränktes