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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XVII. Die Geologie der neuesten Zeit.

und E. v. Toll nach dem äußersten Nordosten brachten wichtigeErgänzungen. Dem Altai hat B. v. Cotta eine wertvolle geologisch-montanistische Spezialschrift gewidmet (Leipzig 1871). Zentralasien und das Platean von Pamir wurden und werden von I. Mnsch-ketow (geb. 1850) und G. Romanowski, sowie von dem anläßlichder geographischen Erkundung genannten Stoliczka dem Zustandetotalen Uubekanntseins entrissen, in welchem sie sich noch vorkurzem befanden.

Das Riesenreich China stellt sich auch geologisch noch inmanchen Teilen als eine tsrra inovAintg, dar. HervorragendeLeistungen hat man jedoch von R. Pumpelly, der in den sechzigerJahren die Mongolei und Nordchina bereiste; von F. v. Richt-hofe n, der um 1870 mehrere Jahre in den östlichen Provinzenweilte und uns in einem klassischen Werke (1877 bis 1885), dessenzweiter uud vierter Band hierher gehören, ein fest gefügtes Gerüstefür den Aufbau eines künstigen Gebäudes gezimmert hat; endlichvon dem Ungarn L. v. Löczy, der in den neunziger Jahren, alsBegleiter des Grafen Szechenyi, viele noch ganz jungfräulicheRegionen des Reiches der Mitte zu sehen Gelegenheit hatte. Wasman von der Geologie Koreas weiß, verdankt man K. Gotische.Als Japan sich entschloß, europäische Bilduug bei sich heimisch zumachen, berief es den deutschen Geologen E. Naumaun (geb. 1854)zur Leitung einer geologischen Landesersorschung, nnd als diesernach Deutschland zurückkehrte, setzten die Japaner Wada undKochibe das von ihm begonnene Werk fort. I. Neins (geb. 1835)groß angelegte Beschreibung des Jnselreiches (Leipzig 18811887)macht den ersten gelungenen Versuch zu einer übersichtlichen Dar-stellung des Bodenchnrakters und Gebirgsbaus.

Vom Festlande Hinterindiens ist aus naheliegenden Gründennoch wenig zu berichten, nnd auch das ehemals spanische Kolonial-gebiet ist sast nur in vulkanologischerBeziehnng etwas genauer bekannt.Die niederländischeJnsnlinde" hat in K. Martin, K.E.A. Wich-mann (geb. 1851) und vor allem in dem durch sein Krakatau -Werkals vorzüglicher Kenner der Landesnatur legitimierten R. D. M. Ver-beek gewiegte Schilderer gefunden. Das geologisch gründlichstdurchforschte Territorium Asiens ist jedoch zweifellos Hiudostan