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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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Stmtigraphische Forschungen in Asien .

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mit seinen östlichen und westlichen Annexen. Auch sür diese seinewichtigste Kolonie hat Großbritannien eineKsoloAieÄl Surve^"ins Leben gerufen (1846), und damit war der Anstoß gegeben, zurEntstehung einer an neuen Thatsachen fruchtbaren Himalayageologie,sür deren hervorragendste Vertreter W. Th. Blansord (geb. 1832)und H. B. Medlicott (geb. 1829) zu halten sind. Ihr orientie-rendes Werk von 1879 hat R. D. Oldham 1893 in zweiter Auf-tage herausgegeben. Den Vasallenstaat Beludschistan nahmen zweiin britische Dienste getretene Deutsche, C. L. Griesbach (geb. 1847)und F. Noctling letzterer auch ein Kenner der VerhältnisseBurmas , in ihre besondere Obhut.

Wer sich näher mit der Erdkunde beschäftigt hat, der weiß,wie ungemein viel unsere topische Kenntnis Westasiens noch zuwünschen übrig läßt, uud wundert sich folglich nicht, zu vernehmen,daß es mit der Geologie noch minder gut bestellt ist. Für das gesamteKleinasien ist P. v. Tchihatchews (18121890) Werk (k^olo^ieet xaleontoloZis äs l'^sis Ninsurs", Paris 18671869) trotz allerunvermeidlichen Mängel noch immer die beste Quelle, während fürKappadokien E. Naumann, für Lykien E. Tietze erhebliche Er-weiterungen unseres Wissens herbeiführten. Syrien nnd Palästinasind zunächst dem Amerikaner F. W. Lynch und dem Franzosen L. Lartet, in der Folgezeit aber vier Forschern deutschen Namens,O.Fraas , K.Diener, M. Blanckenhorn und I. Walther (geb.1860) zu Dank verpflichtet. Dieser letztere hat eine höchst ansprechendeSkizze der Sinaihalbinsel mit ihrer Korallenwelt entworfen. DieGeognosie Persiens förderten K. Grewingks (18191887) Be-schreibungen (1853), und man ist leider seitdem noch nicht viel überden damit erreichten Standpunkt hinausgekommen; ebenso wie auchseit W.G.Palgraves (18261888) Bereisung unsere Einsicht indie Oberflächenbeschaffenheit Arabiens uicht die wünschenswertenFortschritte gemacht hat. Über die Insel Cypern hat man vonA. Bergeat dankenswerte Mitteilungen empfangen.

Das geologische Gemälde Afrikas ist gleicherweise noch ein rechtunvollständiges und buntscheckiges. Einzelne Gebiete sind, wie die zu-sammenfassenden Darstellungen von G.Gürich(geb.1859) (1887) undMBlnuckenhorn(geb. 1861) (1896)darthun,ziemlich allseitig, recht