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XXII. Die Geologie der neuesten Zeit.
viele andere uoch gar nicht erschlossen. Für Marokko konnte nnr inflüchtigen Streifzügen, unter denen diejenigen von K.V.Fritsch (1879),O. Lenz (1880) und Th. Fischer (1899) die folgenreichsten waren,einige gesicherte Beobachtungen gewonnen werden; der französischeKolonialbesitz ist durch H. Coquand und CH.Tissot der Kenntnis-nahme zugänglicher gemacht worden. Über Ägypten und seine dereinstbis zur großen Seenregion vorgeschobenen Tributärländer habeuG. Schweinfurth (geb. 1836), A. Sickenberger, I. Walther,über Abessynien hat W. TH.Blanford, über Äquatoria Emin Pascha — von Hause aus bekanntlich ein ehrlicher Schlesier des NamensSchnitzer(1840—1892)— gearbeitet, und seit vier Jahren läßt derKhedive auch amtlich Materialien für die geologische Untersuchung derNilländer sammeln. Was man sür die kolonisierten Küstenstrichebesitzt, ist lückenhaft, obwohl es an wertvollen Anfängen keineswegsgebricht; wir wollen nur die Studien Pechuel-Loesches (geb.1840) über die als Laterit bekannte, einen sehr großen Teil des„dunklen" Kontinentes beherrschende Bodenbildung (1883) und
E. v. Stromers mit größtem Fleiße durchgeführte Überschau überdie Verhältnisse des Ostens und Kameruns („Geologie der deutschenSchutzgebiete in Afrika", München 1896) namhaft machen. Imsüdafrikanischen Dreieck, welches schon um deswillen die Aufmerk-samkeit der Forscher erregte, weil zwischen gewissen dortigen Schichten-folgen uud solchen, die man aus Vorderindien kennt, eine auffallendeÄhnlichkeit obwaltet, ist durch Griesbach, Gürich, A. Schenk,
F. M. Stapff (1836—1897), den berühmten Geologen der Gott-hardbahn, und manch anderen wenigstens ein guter Grund gelegtworden. Die 1897 von G.A.F. Molengraaf eingerichtete Anstaltder Südafrikanischen Republik dürfte durch den Krieg unheilbarbetroffen worden sein. Über Madagaskars geologische Verhältnisseverbreitet eine Abhandlung von R. Baron (1889) einiges Licht,und die nordwestlichen Archipele wurden namentlich von G. Här-tung und C. Doelter (Abschnitt XX) besucht und beschrieben.
Insofern Australiens Festland merkwürdig monotone Bildersowohl in stratigraphischer wie auch in tektonischer Hinsicht dar-bietet, hat es das Interesse der Geologen einstweilen noch nichtsehr nachhaltig zu sesseln vermocht. Doch versteht es sich von selbst,