Die Gevtekwnik in der Darstellung von E, sues;.
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gehaltvolle Werk („Morphologie der Erdoberfläche", Stuttgart 1894)gemacht worden, welches A.Penck in Wien l geb. 1858) inF.RatzelsSammlung geographischer Handbücher erscheinen ließ. Die sehrweit gezogeueu Greuzen desselben nmsassen ein gewaltiges Arbeits-feld, welches sich auch auf die angrenzende Erdphysik erstreckt, undes müssen deshalb einige der von Penck behandelten Materienunserem etwas abweichenden Plane gemäß abgetrennt und demnächstfolgenden Abschnitte zugewiesen werden. Wir sprechen zu-nächst von den Agentien, welche für die Erdrinde aktiv-form-gebend im großen Stile hervorgetreten sind, und fassen dieselbenals tektonische zusammen, indem wir ein in neuerer Zeit herrschendgewordenes Wort verwenden, das sich bei näherem Zuseheu aufSenecas „Rat,uralö8 HuaestionW" zurückführen läßt. Hierher ge-hören die Lehren von den Umsetzungen der Meere und vonder Gebirgsbilduug, sowie die Theorieu der Vulkane undErderschütterungen; denn wenn es auch Erdbeben geben mag,dereil Ursache nicht eigentlich eine interne Störung des Gleich-gewichtes im Erdgezimmer ist, so trifst doch sür die allermeistenErscheinungen dieser Art zu, daß eiu tektvuischer Vorfall auslösendgewirkt hat. Auf tektonischem Wege hat das Antlitz der Erde— diesen bezeichnenden Titel hat E. Sueß seinem 1883 be-gonnenen und der Vollendung noch entgegenharrenden Werke überdynamische Geologie gegeben — im Großen und Ganzen die Zügeerhalten, welche wir an ihm wahrzunehmen in der Lage sind, abereine unermeßlich große Arbeit, im Kleinen und Einzelnen ist vonden zerstörenden Krästen geleistet worden, die wir seit Lyell ,der ja eben die Worte des römischen Dichters „LiuUa e-iv^t lapiäsiu,nvii vi, ssä saspe c^clsnäo", znm Leitmotive seiner aktualistisch-geolvgischen Betrachtungsweise gemacht hatte, als Erosionund Denudation zusammenznfassen gewohnt wurdeu. Die Erosiontritt in den denkbarst verschiedenen Gestalten, ein wahrer Proteus,aus und beraubt das zuvor feste Felsgestein in dessen vberen Lagenund Schichten des Zusammenhanges, wvrnnf die Denudation ein-setzt nnd die losgelösten Bestandteile fortschafft. Irgendwo jedochmüssen dieselben bleiben, weil ein Substanzverlust unmöglich ist, nndso steht den erosiven Prozessen an anderen Orten regelmäßig Akku-