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XXII. Die Gevlvgie der neuesten Zeit.
A. Bezzeuberger, P. Lehmaiul, R. Keilhack, P. Schwahu,A. Zweck unter den verschiedensten Gesichtspunkten geschildert, unddie neueste Zeit hat uns mit zwei bedeutenden Werken darüberbeschenkt. Das znerst russisch erschienene von Sokvlow hat(Berlin 1894) A. Arzruni in unsere Sprache übertragen, und ganzneuestens erhielt, zugleich mit der zuerst iu Betracht kommendenJngenienrwissenschaft, auch unsere Disziplin einen trefflichen Hand-meiser in Gerhardts „Handbuchs des Dünenbaus" (Berlin 1900).Die Charakteristik der Dünenlandschaft bildet einen der Glanz-punkte in Pencks „Morphologie", und ebendort wird auch, teil-weise im Anschlüsse an die gediegenen Vorarbeiten des AmerikanersShaler, die Mitwirkung der Organismen bei der Küsten-bilduug umsichtig gewürdigt. Den im Küstensande gebildetenNippel- oder Kräuselungsmarken haben G. H. Darwin,F. A. Forel (geb. 1841) und Sterrey Hunt Beachtung geschenkt,und E. Bertololys alle frühereu Angaben kritisch verarbeitendeSchrift (1900) über diese Bildungen läßt uns ersehen, daß hierein in jeder Hinsicht merkwürdiges morphologisches Problem vor-liegt. Wenn an der Meeresküste eiu Fluß mündet, der nicht durcheinen tiefen Binnenlandeinschnitt, ein Astuarium — Elbe,St. Lorenzo, La Plata —, seinen Weg nimmt, sondern dnrchDetritusanhäusung sich ein Vorland, ein Delta — Rhein, Nil ,Orinoko , Mississippi —, geschaffen hat, welches gegen das Meerzu stetig fortschreitet, so wird die Morphologie vor ein selbständiges,verwickeltes Problem gestellt. Peschel, E. Reclus und R.Crednererprobten an demselben ihre Kraft, und des Letztgenannten Nach-weis, daß Deltabildung und negative Strandverschiebungfast immer zusammengehören, gestattete einen tieferen Einblickin die Verhältnisse, unter welchen sich solche, die Gewähr längererDauer in sich tragende Schlammanhänfung bethätigt. Die Moda-litäten der Bildung von Seehäfen wurden von Krümmet,v. Nichthofen und Shaler unter dem genetischen Gesichtspunktestndiert.
Die Geologie konnte auch nicht umhin, die verschiedenen Artenvon Inseln nach bestimmten Rubriken zu klassifizieren; Versuche,dies zu erreichen, gehen bis in das 17. Jahrhundert zurück. Der