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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XXII. Die Geologie der neuesten Zeit.

Vulkangeographie berücksichtigt werden; Graf S. Teleki (geb. 1845)entdeckte einen noch thätigen Feuerberg im Jahre 1888 auf der Reise,die er zusammen mit L. v. Hoehnel (geb. 1857) im Gebiete desRudolf- und Stefauie-Sees ausführte, uud 1894 folgte eine ent-sprechende Entdeckung am äußersten südwestlichen Ende des großenzentralafrikanischen Grabens, in der Landschaft Ruanda ; diesmalwar es GrafG. A. Goetzen (geb.1866), dem der wichtige Fund gelang.Die Festlandmasse Australiens entbehrt auch nach den allerneuesteuLaudesdurchforschungen gänzlich einer aktiven Äußerung subterranerKräfte, aber um so reichlicher ist mit solchen Bethätigungendie ozeanische Inselwelt ausgerüstet, welcher auch Neu-Seelandzugezählt werden muß. Die uns aus dem vorigen Abschnittebekannten Förderer der Geologie dieser Erdstriche haben sich speziellauch um die Ergründung der vulkanischen Verhältnisse verdientgemacht. Hawaii mit seinen Riesenkegeln und mit seinem merk-würdigen Fenersee Kilauea , den neuerdings W. Meyer undA. Marcuse genau beschrieben, war das Gebiet, ans dem sichDana zum großen Vulkanologen ausbildete. Südamerikas thätigennd erloschene Feuerberge sind von R. A. Philippi in Santiagound P. Güßfeldt (Abschnitt XXI), diejenigen Zentralamerikas sind von den uns schon aus Abschnitt XXI in gnter Erinnerungstehenden Forschuugsreisenden und seit einer Reihe von Jahrenmit besonderem Eifer von K. Sapper, dem zweifellos bestenKenner der Republik Guatemala , in Monographien so eingehendbehandelt worden, daß gerade hier ein wesentlicher Fortschritt überA. v. Humboldts Standpunkt hinausgeführt hat. Mexiko danktes Pieschel, I. Felix und M. Lenk, daß seine durch Größe undFormenschönheit ausgezeichneten Vulkane auch wissenschaftlich besserbekannt geworden sind. Das nordwestliche Felsen- und Kaskaden-gebirge Nordamerikas besitzt, von ganz ungeheuren Lavafelderu ab-gesehen, auch noch viele Anzeichen rührigen vulkanischen Lebens,welchen die Staatsgeologen der Union, F.B.Handen, C.E.Dutton (geb. 1841), I. C. Rüssel u. a., sorgfältig nachgegangen find.Die zur damaligen Zeit genauesten Angaben über die geographischeVerteilung der Vulkane enthielt die sehr inhaltreiche Schrift vonK.W. Fuchs (1337^1386)Vulkane und Erdbeben" (Leipzig 1875).