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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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PaulscnS Pvlnrlichlthcmic; Äivdcrne Metcvvvlvgie.

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betrachtet. Die durch schöne Experimente unterstützte AnsichtEberts, das; sich magnetische Kraftlinien (Abschnitt XI) dnrch denlnstverdüuuteu Raum hindurchziehen uud iu strahligen Lichtgebildensichtbar werden, muß auch uvch diesem Komplexe der Ausglcichs-thevrieu eingeordnet werden. Der wohlbekannte dänische Mague-tiker A. Paulseu andererseits macht bei den in Abschnitt XVIbesprochenen Arbeiten über Licht und Elektrizitätserregnng eineAnleihe, verwertet für sich die von Hertz, Arrhenins undA. Stoletow (18391896) gewonnenen Resultate bezüglich derAuslösung elektrischer Ströme durch ultraviolette Strahlen und saßt(Kur lg, Qg.tui'6 et, loriZiris äs 1'ii-urorö dorsale", Kvpeuhagen1894) seine Schlüsse etwa iu folgender Formulierung zusammen!Das Polarlicht ist eine durch Absorption solarer Energieentstandene Fluoreszenzerscheinung der oberen atmvspü-rischen Schichten, und erst dnrch deren Zustandekommenwird unsere Lufthülle elektrisch erregt. Es wird der For-schung der nächsten Jahre überlassen bleiben, zu entscheiden, wiedie Rollen eines primären uud eiues sekundären Faktors in derGesamtheit der Polarlichtphänomene zwischen Strahlung undElektrizität zu verteilen sind.

Indem wir so dem Bereiche der Lufterscheiuungeu überhauptuahe gekommen sind, nehmen wir den Faden unserer Mit-teilungen über die Entwickluugsgeschichte der atmosphärischenPhhsik da aus, wo wir ihu im sechsten Abschnitte salleu lassenmußten. Wir unterscheiden, den Werdegaug der Wissenschaft genaubeobachtend, zwischen Meteorologie im engeren Sinne, der Lehrevoil den allgemeinen Eigenschaften der Lnft und den sich in ihrvollziehenden Bewegungen, uud zwischen Klimatologie, der imGegensatze zn erstererden ruhenden Pol in der ErscheinungenFlucht" suchenden Disziplin. Wenn wir bedenken, daß diese beidenschwesterlichen Wisseuszweige einen ungeheueren Umfang und einenicht minder beträchtliche Tiefe des Inhaltes in überraschend knrzerZeit angenommen haben, daß ihre Litteratur gauz besonders viel-verzweigt ist, und daß allem Deutschland drei periodische Organe,dieMeteorologische Zeitschrist" seit 1885 Nachfolgerin derZeitschrift der österreichischen Gesellschaft sür Meteorologie",

Günther, Anorganische Naturwisscuschafte ». 57