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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
Entstehung
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898
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898 XXIII. Erdmessung und ErdphiM in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

R. AßmannsWetter" und die der Deutschen Seewarte iuHamburg unterstelltenAnnalen der Hydrographie und maritimenMeteorologie", sein eigen nennt, so werden wir die Schwierigkeit,auf kleinem Raume eiuer noch dazu so rasch fortgeschrittenenSumme von Erkenntnissen gerecht zu werden, vollauf würdigen.

Meteorologische Observatorien hat die Neuzeit zahlreichentstehen sehen, nnd zwar sind dieselben, wie zahlreiche Publikationendes Amerikaners Rotch, des Spezialistin der Bergstationen,bekunden, großenteils auf Hochgipfelu augelegt wordeu. Die höchstgelegene überhaupt krönt den peruanischen Andengipfel Chachani,die höchste europäische deu Moutblanc (Abschnitt XIV). Um dieVerschiedenheit zwischen der freien Atmosphäre und derjenigen,welche Bergspitzen umspült, klar hervortreten zu lassen, operierendie Meteorologe» auch gerne mit dem Frei- uud Fesselballon,sowie mit Drachen, welche Registrierinstrnmente tragen und zweifel-tos ein wertvolles Untersnchungsmittel der Folgezeit abgeben. Bis8500 ni Meereshöhe sind diese Drachen schon zum öfteren auf-gestiegen. Hohen Nutzen gewährt die Veranstaltung von Korre-spondenzfahrten, die von verschiedenen Orten aus ins Werk gesetztwerden; das größere Werk über die meteorologische Nutzbarmachungder Aöronautik (1900), welches v. Bezold als Leiter des k. Preu-ßischen Meteorologischen Institutes, zusammen mit Berson, Basch i nu. a. herausgab, gewährt einen ausgebreiteten Einblick in diese neneSeite der meteorologischen Technik. Neue Instrumente nnd Be-obachtungsmethoden hat die Zeit seit 1850 natürlich auch in Mengeentstehen sehen. Genannt seien die Universalautographen vonA. G. Theorell (18341875), F. van Rysselberghe (1846bis 1893) und L. Cerebotani; die überaus handlichen, von denBallonfahrern fast ausschließlich verwendeten barischen und ther-mischeu Selbstregistratoren der Firma Richard in Paris ; derWagebarograph von A. W. T. Sprung (geb. 1848), denK. Scheel (1895) als mit ganz minimalen Fehlern behaftet nach-wies, das Kapillarbarometer von Melde (1887) uud endlichdas denCartesiauischeu Taucher" verwertende Bolumenbarv-meter von K. T. Fischer (1898). DieAneroid- oder Holosterik-barometer, sehr geschätzt wegen der für Reisende einzig dastehenden