Meteorologische Optik.
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Massen seinst verteilter Feststoffe zurückzuführen geneigt war,unterzog 5?. I. Kießliug (geb. 1839) die beim Durchgänge vonStrahlen durch solche Aggregate zu Tage treteudeu Diffraktions-erscheinungen gründlicher, experimenteller Zergliederung („Uuter-suchuugeu über Dämmerungserscheinuugen", Hambnrg-Leipzig 1888),imd damit gewanu auch jeue ueue Physikalische Theorie derDämmerung an Abrnndnng, welche v. Bezold schon früher derformalistisch-geometrischeu Theorie Lamberts substituiert hatte.Auch Riggenbach und Pernter trugen zu genauerem Studiumder sogenannten Purpurlichter bei, mit denen gewiß mich dasvon R. Wolf jahrelang beobachtete, von Amsler-Lnffön undI. Maurer (1896) kausal untersuchte Alpenglühen zusammen-hängt. Eine neue, srühere Unklarheiten ausschließende Theoriedes Regenbogens gab Pernter, und daß auch der dem Gebirgswauderer bekannte Lichtschein um den Kvpfschatten lHeiligen-scheiu, Brockeugespeust) in der Hauptsache eine Refraktions-und Reflexionserscheinnng verwandter Natnr darstellt, ist vonBravaiS, Lommel, A. Heim nnd Ang. Schmidt in mehrfacherVariation dargethan worden. Die Natur der von O. Jesse (geb.1838) entdeckten, zweifellos in ungeheurer Hohe schwebcudeuleuchtenden oder silbernen Nachtwolken ist trotz fortgesetzterBeobachtuugeu von Jesse selbst uud vou Busch doch uoch immerein Geheimnis. Ein gleiches gilt von den Irrlichtern, denenman übrigens auf die neuerdings von Müller-Erzbach angestellten Nachforschuugeu hin eine gewisse Realität zugestehen mnß.
Die Meteorologie selbst, die über eine ungemein verzweigteLitteratur didaktischen EharakterS verfügt, ans welcher hier nnr dieWerke von Mohn (1. Nnflage, 1874; ins Deutsche, Polnische,Rnssische und Spanische übersetzt), Sprung <^1885) und Aber-eromby (1887; deutsch vou Pernter, 1894) herausgehobenwerden sollen, hatte viel zu khuu, um die Grundlage für tiefereForschungen zn fundieren, veraltete Anschauungen zn beseitigennnd nach jeder Richtung hin den Anschluß au die modernenErfahrungswissenschasten zn gewinnen. Die kosmische Meteorologie ist dabei gauz in den Hintergrund getreten. Zwar ergabendie methodischen Arbeiten von Schiaparelli, Loomis, Leylt,