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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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902 XXIII. Erdmessung und Erdphhsik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

Helivstateu, an eine beliebige Stelle senden lassen kann. Nurgestreift seien E. Reimanns mühevolle Untersuchungen über dieGestalt des Himmelsgewölbes nnd die neueren Behandlnngender Lehre von der Strahlenbrechung, um die sich u. a.v. Bauernfeind, v. Oppolzer, v. Hartl und Brnns verdient ge-inacht haben, während F. Pfaff und A. Fischer auch dem nurselten nachzuweisenden Ausnahmesalle derLateralresraktion gerechtzu werden suchten. Die Luftdurchsichtigkeit lehrten H. R. A.v. Schlagiutweit (Sakünlü nski; 18261882) und Wild zumessen; zur Ermittlung des Grades der Tageshelle liegen exakteMessungen von Leonh. Weber (1885) vor; über die Himmels-farbung haben Lord Nayleigh uud Pernter erfolgreichgearbeitet, dessen Studien über die von Goethe (Abschnitt VIII)für so wichtig erachteten Farben trüber Mittel der meteoro-logischen Optik nachhaltigen Gewinn versprechen. Das Stern-glitzern bildete die wissenschaftliche Domäne von K. Exner (geb.1842) nnd Ch. M. V. Montigny (18191890), dessen Szin-tillometer die flüchtige uud wechselvvlle Erscheinung dauerndfestzuhalten und zu beobachten gestattete. Die Polarisation desHimmelslichtes war schou früher ein Lieblingsgegenstand derForschung sür Arago, Brewster undBabinet, während späterhinP. Blaserna (geb. 1836) (1871) uud iu erster Linie F. Busch (1889)sowohl das Sonnenlicht, wie auch das diffuse Himmelslicht auf dieseEigenschaft prüften; Farben- und Polarisationserscheinungen studiertevereint (1873) I. E. Hagenbach -Bischos (geb. 1833). DieFarbenwechsel der Morgen- und Abendröte führte E. Lommeldurchaus befriedigend auf Beugungserscheinungen zurück, nnddiesen gehören auch die von Schwerd uud Sohncke erklärtendiffnsen Lichthöse um Sonne und Mond zu, während bezüglichder größeren Lichtkränze, die oft zu merkwürdigen Phänomenenvon Nebensonnen und Nebenmonden führen, an Fraun-hofers Deutung die Lichtstrahlen müssen prismatische Eis-nädelchen passieren festgehalten wird. Angeregt durch dasNebelglüheu uud deu braunen Sonnenring (Bishopscher Ring)des Spätherbstes 1883, welche man mehr und mehr allseitig aufdie Krakatau -Katastrophe und die damals in die Luft geblasenen