Atmosphärische Elektrizität,
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Jahre 1874 vorgeschlagene Trennung in Wärine- und Wirbel-gewitter. Die Ansicht Sohnckes und G. Lnvinis (geb. 1818),daß Reibung zwischen flüssigem und festgewordenem Wasser,bei starker Senkung der Jsothermfläche Null, die eigentliche Trieb-feder des elektrischen Entladnngsprozesscs sei, zählt wohl die meistenFachmünuer zu ihren Anhängern, obwohl auch die von Spring,Fick und H.J.Klein um 1880 betonte Spannungsvermehrung,welche der bisher auf viele kleine Wasserkügelchen verteilten Elektrizitätdnrch die Koagulation zu teil wird, nicht anßer acht zu lassen seinwird. Das sehr empfehlenswerte Lehrbuch A. v. Urbanitzkys(„Die Elektrizität des Himmels und der Erde ", Wieu-Pest-Leipzig1888) umfaßt leider die neueren Phasen der rapid fortschreitendenEntwicklung nicht mehr, nnd ebenso ist, großenteils dnrch dieAutoren selber, eiue Schrift von Elster und Geitel („Über einigeZiele und Methoden lnftelektrischer Untersuchungen", Wolfeubüttel1891) iu manchen Punkten überholt. Die spektroskopisch (Ab-schnitt XIV) genau untersuchten Blitze mußte man nenerdingsimmer bestimmter um die besondere Modalität der Kugelblitzevermehren, die F. Sanier (1896) in einer die Materie einstweilenerschöpfenden Monographie beschrieben hat. Plante (AbschnittXVI)rechnet noch die sogenannten Perlblitze hinzu. Anhangsweise seiauch der Blitzröhren, der durch Einschlagen deS Blitzes in Sand-boden entstehenden, verästelten Sintergebilde, gedacht. DnrchNbich, TH.Hoh, K.E.A.Wichmann (AbschnittXXII)u.a. wurdender Bildungsprozeß und die Petrographische Zusammensetzung dieserBersinternngen analysiert; K. G. Fiedler (1791—1853) hin-wiederum hat mit seltenem Eifer die Örtlichkeiten ergründet, anwelchen Blitzröhren aufgefunden worden find.
Von allen Teilfächern der Meteorologie steht der allgemeinenPhysik keines näher als die meteorologische Optik, welcher schon1850 Grunert eine — freilich bald wieder eingegangene — Zeit-schrift gewidmet hatte. Seitdem ist nnermüdlich gearbeitet worden,sei es auf theoretischem Gebiete, sei es durch Beobachtung in derfreien Natur und durch den Versuch im Laboratorium, wo mansich ja auch die Lichtstrahlen dnrch eine Sviegelvorrichtnng, denvon M. Meyerstein (1808—1882) viel verwendbarer gemachten