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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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9gy XXIII. Erdmessung und Erdphysik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.

Messung übrig, obwohl es eine Unzahl von Atmv- und Eva-porimetern giebt; immerhin konnten E.W.Ebermayer, Wotlnyund D. Ragoua (1820 1892) ziemlich sichere Schlüsse ansdie Quantität des uuter verschiedenen Umständen auf der Erdeverdunstenden Wassers ziehen. Zusaunnenfassende Werke über dieatmosphärischen Feuchtigkeitsverhültnisse stehen noch ans, indem nurP. Cautonis (geb. 1844) gedrängtes, aber doch sehr branchbaresLehrbuch (IZroseovi, iZromstri, uiniditir ktwosterica", Mailand 1887) zu erwähnen sein mochte. Das meteorologische Instrumen-tarium hat sich neuerdings noch vermehrt durch die zur Beobach-tung des Wolkenzuges dienenden Nephoskope und die Sonnen-scheinautographen (»Lunslrins-Usooräer-) von welchen die Typenvon I. Maurer und W. Jordan die bekanntesten sind.

Über die atmosphärische Elektrizität, welcher Palmieris,F. Exners und W. Thomsons zu scharfer Spannnngsmessunggeeignete Apparate zu gute kommen, hatten wir schon in AbschnittXVI nnd XVII Mitteilungen zu machen, welche nns jetzt tieferenEingehens in die Sache überheben. Weder die Verdampfungs -noch die Kondensationshypothesc vermögen einen ganz triftigenGruud dafür zu liefern, daß zu allen Zeiten und an allen Ortenein elektrisches Luftpotential vorhanden ist; die Theorie vonArrhenins dagegen, welche die Luftelektrizität iu der uns vomNordlichte her bekannten Weise durch Bestrahlung entstehen läßt,indem die ursprünglich einen Isolator darstellende Lust selbst zumLeiter würde, kann wenigstens für die oberen Schichten eine zu-reichende Erklärung an die Hand geben. Die verwickelten Bedingungendieser Erregung haben mnstergiltig Elster und Geitel geklärt, diebeiden Gelehrtem, deren Berdienste um diesen Teil der Meteorologie«^Abschnitt XX) kaum hoch genug veranschlagt werden können. Siehaben auch wesentlich, zusammen mit v. Obermayer und Halter-mann, die Ansströmungserscheinnng, welche man St. Elmsfeuer nennt, nnter neuen Gesichtspunkten erforscht, und ihre durch neuereLuftfahrten voll bewahrheitete Lehre von den freien Ionen in derAtmosphäre verspricht, wie wir sahen, ganz neue Aufschlüsse überdie Natur der Gewitter. Für diese gilt nach wie vor desberühmten norwegischen Meteorologen H. Mohn (geb. 1835) im