914 XXIII. Erdmessimg und Erdphysik in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts.
pischen Meeres eingehend ergründete und sodann für diese Studienein noch ungleich ausgiebigeres Material verfügbar machte, konnteer („Klimaschwanknngen seit 1700, nebst Bemerkungen über dieKlimaschwanknngen der Diluvialzeit", Wien-Olmütz 1890) dieExistenz einer die ganze neuere Zeit beherrschendeil Klimaperiodevon durchschnittlich 35 Jahren zn hoher Wahrscheinlichkeiterheben. Die Forschungen des letzten Jahrzehntes haben vielfachznr Bestätigung von Brückners Entdeckung gedient.
Ehe wir von der atmosphärischen Physik Abschied nehmen,wollen wir noch erinnern, daß die Geschichtsforschung ansdiesem Gebiete, vor siebzig Jahreu vou Th. Siber (1774—1854)schüchtern angeregt, in unseren Tagen durch die ArbeitenW. Koeppeus und G. Hellmanns in lebhafteren Fluß gebrachtworden ist. Des letzteren „Repertorium der deutschen Meteoro-logie" (Leipzig 1833) läßt nur das eine Bedauern aufkommen,daß es sich eben programmgemäß auf die deutsche Fachlitteraturbeschränkt. Höchst wertvoll sind auch die von Hellmann besorgten„Neudrucke von Schriften lind Karten der Meteorologie uud desErdmagnetismus". Die von Greely edierte „Liklio^rapllv okNstsoroloM" (Washington 1888—1889) scheint leider noch Nichtüber den zweiten Band hinausgewachsen zn sein.
Der Lehre von der Luft folgt diejenige vom Wasser, welchedie Ozeanographie an die Spitze zu stellen hat. DiesemWissenszweige sind die nachhaltigsten Errungeuschaften zu teil ge-worden durch die rein wissenschaftlichen Meeresdurchforschnngen,mit denen fast sämtliche seefahrende Völker vorgegangeil find.Deutschland hat in den Jahren 1874 bis 1876 die „Gazelle"unter G. E. F. v. Schleinitz (geb. 1834) ansgesnndt, später die„Pommernnia" sür die Untersuchung der Ostsee in Dienst ge-stellt, 1894 die Plankton-Expedition nnter dem ZoologenB. Hensen (geb. 1835) organisiert und endlich durch Reichszuschußdie zwar auch zunächst der Seetierwelt gewidmete, aber auch sonstergebnisreiche Fahrt der „Valdivia", die K. Chnn (geb. 1852)leitete, möglich gemacht. Österreich-Ungarn gehörte die 1858 nnterdem Kommando B. v. Wüllerstorf-Urbairs (1816—1867) zurWeltumseglnng ausgeschickte „Novara" an, nnd aus seiner Marine