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Geschichte der anorganischen Naturwissenschaften im neunzehnten Jahrhundert / von Siegmund Günther
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XXIV, Rückblick und Ausblick,

experimentellen Fuudamentalwissenschaften der zahlreicheil einigendenMomente eingedenk bleiben.

Aber freilich, nicht nur die Stoffvermehrung, sondern aucheiue gewisse innere Verschiedenheit in der Art und Weise, diesenStoff zu durchdringen, hat eine Schranke zwischen Physik undChemie ausgerichtet, obwohl auch jetzt uoch van t'Hoss darin bei-zupflichten ist, daß die Ziehung einer wirklich genügenden, in derinnersten Natur der Sache begrüudeten Scheiduugslinie wohluiemals möglich werden wird.

Für jedwede Forschung auf dem Gebiete der anorganischen nnd mehr und mehr ganz ebenso auch auf dem der organischenNaturforschung gilt der aus deu großen prinzipiellen Umgestaltungender vierziger Jahre (Abschnitt XI) hervorgegangene Satz: Diegesamte Energiemenge im Weltall ist unveränderlich.Physik und Chemie erkennen denselben ganz gleichmüßig als Normnnd Richtschnur an, aber die Probleine, aus welche sie ihn an-wenden, ist nicht dieselbe. Physik ist, wie van t'Hoff definiert,die Lehre von den Verwandlungen der Arbeitsform nndChemie ist die Lehre von den Verwandlungen der Materie.Die erstere hat es, immer aus die erwähnte Grundwahrheit sichstützend, so weit gebracht, daß eine Reihe von Wahrheiten allge-meinster Geltnng gesichert ist. Wir erinnern nnr an das Energie-gesetz selber, an den ersten und zweiten Hauptsatz der mechanischenWärmetheorie, an die theoretischen Konseqnenzen des Umstandes,daß der sogenannte Aggregatzustand keine bleibende, sondern nureiue zufällige Erscheinung ist, uud daß, falls nur die erforderlichenMachtmittel dem Experimentator zur Verfügung stehen, jeder dieserZustände in jeden anderen, sei eS auch der überkritische, über-gesührt werden kann. Aber anch abgesehen von demjenigen, wasals unerschütterlich sür alle Zeiten seststeht, ist die Physik inden Besitz einer Reihe von Arbeits Hypothesen 'VVorkinSH^xokllösis der Engländer gelangt, die ihren ersten Zweck,eine ganz genaue Beschreibung der Naturvvrgänge im Kirch-hossschen Sinne zu ermöglichen, vortrefflich erfüllen nnd der Er-wartung Ausdruck zu geben verstatten, es sei vielleicht dnrch siebereits, soweit die kritizistische Natnrsorschnng überhaupt einen