Zukunft der Astronomie.
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eine für die Lehre von den Losungen normative Erscheinung inseine Rechte eingesetzt; andererseits wurde die Identität von sreierArbeit und chemischer Affinität nachgewiesen und dasür eineexakte, die elektromotorische Kraft verwertende Maßbestiminnngauögemittelt wurde. Durch die erfreuliche Ausbildung der chemischenStatik wird eine entsprechende Ausgestaltung der chemischen Kinetikwo nicht unmittelbar gewährleistet, so doch wahrscheinlich gemachtuud in eiue keineswegs unerreichbare Nähe gerückt.
Den übrigen Wissenschaften von der unbelebten Natur hatvan t'Hoff nur einige Worte zugewendet, die übrigens dereuEigenart und Besitzstand an der Jahrhundertwende sehr gut kenn-zeichnen. Nur gegen die vom „historischen Charakter dieser Wissen-schaften" handelnde Stelle wird manche berechtigte Eiuwenduuglaut werden. Denn dadurch, daß sie „die Erscheinungen von Tagzu Tag verfolgen", ist jene Klassifikation noch nicht gegeben; viel-mehr ist es ausnahmslos Tendenz und Pflicht derselben, einemdeskriptiven Sammelu der Einzelthatsachen nach Mög-lichkeit die Kausalerklärung nachfolgen zn lassen. Einzigvon diesem Standpunkte aus werden wir den übrigen Disziplinenvollständig gerecht werden können, und zudem halteu wir es fürnotweudig, vau t'Hoffs Meteorologie mit seiner Geographie unterdem Namen Geophysik zn vereinigen und auch der von ihm uichtbesonders genannten Mineralogie den ihr im Gesamtorganismnszukommenden Platz eigens anzuweisen.
Die Astronomie ist vielleicht von allen Schwesterwissenschastenauf dem höchsten Standpunkte angekommen. Wie der Name deSZweigestirnes Leverrier-Galle uus erinnerlich macht, wie esaber die Vorausberechuuug jederFinsternis, jedcrPlaueteukoujunktiou,jeder Sternbedecknng ununterbrochen beweist, kann sie zukünftigeVorkommnisse mit einer der Gewißheit fast absolut gleich-kommenden Wahrscheinlichkeit Prognostizieren, und zwar nicht nurgeuerell, sondern quantitativ, bis auf Bogen- uud Zeitsekuudeu.Die Spektroskopie verhilft dazu, Physisches Verhalten uud chemischeBeschaffenheit auch der entferntesten, Licht aussendenden Weltkörperbis zn einem gewissen Grade aufzuklären. Aber allerdings stehtihre Forschung, so wunderbare Ausblicke uns anch W. Herschel,