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England und Deutschland / G. von Schulze-Gaevernitz
Entstehung
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Um die Mitte des Jahrhunderts schildert Disraeli inseinem Endnmion mitleidig den deutschen Diplomaten, deraus der Metropole der Welt, aus dem Kreise glänzenderDamen und Weltbeherrschender Staatsmänner in dieheimische Verbannung zurückkehrt. Lein Land ist dasErzeugnis von Friedenskongressen und künstlichenProtokollen. Esspielt" eine Großmacht. Sein Volk istarm, nur reich an Wäldern: es gilt erst, einVaterland"ihm zu gebenmit Blut und Eisen" setzt Disraeli weitsichtig hinzu.

Und heute? Dem Könige Midas gleich berührtDeutschland unscheinbare Rohstoffe: sie werden unter seinerk)and münzbares Gold. Deutschland der an Groß-britannien herangipselnde Industriestaat! Unseren Groß-vätern wäre solche Prophezeiung als Wahnwitz erschienen.Wir aber nörgeln, während solches geschieht. Früh er-müdet, verzagt so mancher an der deutschen ZuKunst. Einenandern blendet der Glanz des goldenen Uegens. Empor-kömmling, vergißt er der geistigen «Duellen der nieder-rauschenden Fülle. Man schildert den Ausstieg der deutschen Volkswirtschaft, ohne die politische Ursache auch nur zuerwähnen: Sedan und die Kaiserkrönung im Spiegelsaalezu Versailles.

III.

Was die ZuKunst bringt, wer kann es wissen? Traum-wandelnd greift unser Volk heute nach einer Uolle, diemöglicherweise zur Heldenrolle auswächst. Fallstrickemancherlei Krt bedrohen den Schauspieler, den ohne seinenWillen die Weltbühne gefangen nahm.

von den uns bedrohenden Gefahren ist eine aberdringlicher als alle andern: In elfter Stunde könnte England den versuch wagen, den unbequemen Emporkömmling, denes wirtschaftlich nicht mehr niederzuzwingen vermag, mitGewalt zu Loden zu schlagen, vergessen wir nicht: In

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