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England und Deutschland / G. von Schulze-Gaevernitz
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dieser Richtung liegen die glorreichen Ueberlieferungender britischen Flotte. Um 1650 besaß Holland den Welt-handel, die Kolonien und die Zeemacht. Die niederländischeHandelsflotte umfaßte an Tonnengehalt die Hälfte allereuropäischen Schiffahrt. Demgegenüber baute das damalsnoch überwiegend binnenländische England die ersten eigent-lichen Kriegsschiffe Schiffe größeren Tonnengehalts undstärkerer artilleristischer Bestückung als die im Bedarfs-fall zu Kriegsschiffen umgewandelten Gstindiensahrer derHolländer, vergeblich forderte de Uuyter von den General-staaten Kriegsschiffe des britischen Typus. Die Amster-damer Kaufleute sparten, wo die Ztuarts und Tromwellkein Opfer scheuten. Kn dieser einfachen Tatsache zerbrachdie Handels- und Kolonialherrschaft der Niederlande ,sehnliches wiederholte sich in größeren Verhältnissenzwischen England und Frankreich Frankreich , das unterTolbert an Bevölkerung, Reichtum und Kolonien England weit überlegen war. Ist Großbritanniens Handels- undKolonialsuprematie von heute, ist der britische und damiterstgeborene moderne Kapitalismus überhaupt denkbarohne Trafalgar?

5ln diese Erinnerungen wird wieder angeknüpft. Deralte, grundsätzlich friedliche Freihandel trägt greisenhafteZüge. Ein neu aufsteigender Imperialismus ist allent-halben geneigt, politische Machtmittel in die lvagschaleder Mrtschastskämpfe zu werfen. Dieser Imperialismuskann durch eine Parlamentswahl jeden Tag wieder andas Uuder gebracht werden. Deutschland wird in einigenJahrzehnten nicht nur weit bevölkerter, sondern, wie derGutlook wiederholt ausführte, auch wirtschaftlich ebensoreich sein wie Großbritannien.") Morgen wird ein un-überwindliches Großdeutschland seine Zchatten über Europa hinaus werfen; heute gilt es, Kleindeutschland niederzu-zwingen.