Die Lage wird dadurch verschärft, daß das Deutsch-land von heute der britischen Seemacht breiteste Angriffs-flächen darbietet. Zwar besteht nicht die Gefahr der Aus-hungerung ,' denn Deutschland dürste schwerlich mit England und Rußland zugleich im Kriege sein. Wohl aber rechnetmancher Brite daraus, die deutschen Handelsschiffe und diedeutschen Kolonien ohne weiteres zu kapern. Diese Kolonien— „durch nichts beachtenswert als durch ihre verteidigungs-losigkeit" ^) — erscheinen ihm als ein Pfand, das wirin seine Hand legten. Sie sind gegenwärtig nicht mehrso wertlos, wie zu Lismarcks Zeiten. Schwerer noch wiegtder allgemeine wirtschaftliche Rückschlag, den eine Blockadeder deutschen Häfen im Gefolge haben würde. Die zwei-monatliche Tholeraquarantaine soll Hamburg allein eineSumme von 250 Millionen Mark gekostet habend) Nachder Zusammenstellung des deutschen Reichsmarineamtessind schon gegen Ausgang der 90 er Iahre gegen 70°/odes gesamten deutschen Außenhandels über See gegangen.^)Eine Blockade würde die deutsche Volkswirtschaft bis in dieabgelegensten Winkel hinein erschüttern, insbesondere diedeutschen Geschäftsbeziehungen mit dem Auslande unter-binden, bei längerer Dauer zerschneiden. So sagte dieSaturdan Reviers nicht ohne Berechtigung: „England istdas einzige Land, welches ohne Gefahr für sich selbst undmit Sicherheit des Erfolges gegen Deutschland Krieg führenkann."
Angesehene Zeitschriften wie die Rational Review, dieSaturdan Review und der Spectator haben es sich seitIahren zur Ausgabe gemacht, das „lZsrmanmm esseäölsnäsm" den Gehirnen ihrer Leser einzuhämmern. EinigeBeispiele sind nicht überflüssig: „Eine Menge kleiner Streit-fragen hat die größte Kriegsursache ausgebaut, welche dieWelt je gesehen hat. Wäre Deutschland morgen vernichtet,so würde übermorgen jeder Engländer reicher sein." „Ham-
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