eines deutschen Angriffskrieges gegen England für allepraktisch in Betracht kommende Zukunft. Die „über-raschende Invasion", mit der General Mercier in den Tagenvon Faschoda spielte, sei angesichts des modernen Nach-richtendienstes eine Chimäre. Eine Invasionsarmee vor-zubereiten, erfordere Wochen. Der größte Transporter seiwehrlos gegenüber dem kleinsten Torpedoboote. EineLandung sei im feindlichen Feuer unmöglich- gelinge sie,so bleibe sie so lange wirkungslos, ehe nicht Pferde, Ge-schütze, sowie ein riesiger Train (in einem Lande wieEngland vor allem große Mengen von Nahrungsmitteln)gelandet seien. Die Durchführung einer derartigen Landungsei nur möglich unter dem Schutze einer das Meer schlecht-hin beherrschenden Schlachtslotte. Insofern hatte Balfourrecht, wenn er den Gedanken einer Invasion als Utopieaus dem Bereiche der praktischen Möglichkeiten ausschied.In dieser Hinsicht stimmen augenscheinlich die maßgeblichenKreise der deutschen Marine mit dem britischen Neichsver-teidigungsausschuß überein.^)
Dringt aber erst die Einsicht durch, daß Deutsch-land und England sich gegenseitig nicht ver-nichtend treffen können, und daß ihr Krieg lediglichdritten Mitbewerbern zugute käme, so muß trotz allen Iingo-tums auf beiden Seiten der Weg einer Verständigung sichfinden lassen.^) Ist erst der Gipfel der politischen Gefahrüberklommen, so dürste es möglich sein, die nachfolgendenwirtschaftlichen Weiten in friedlicher Gemeinschaft zu durch-wandern.
IV.
Freilich ist auch das wirtschaftliche VerhältnisDeutschlands und Englands , welches in den Tagen Bis-marcks so einfach erschien, verwickelter geworden. Esist zudem für beide Teile heute von alles überragender