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zusammensetzenden Einheiten bestimmt, zur Genossenschaft stattzum Verein.
3. Wie in der Welt der organischen Einzelorganismenso finden sich in der der Gesamtorganisinen Keime, entwickelteIndividuen, Produkte der Zersetzung nebeneinander; in beidenherrscht Mannigfaltigkeit, welche durch gemeinsame Abstam-mung zusammengehalten wird.
4. Was speziell das rechtliche Gebiet angeht, so kommtdem menschlichen Einzelwesen sowohl die Stellung des Indi-viduums als des Gliedes zu. Die Stellung als Individuumist notwendig, damit der einzelne durch freien Entschluß undohne damit seine Stellung als Individuum aufzugeben, sichzum Organe mache. Darin eben liegt nach Herbert Spencer die ungeheuere Überlegenheit sozialer über individuelle Or-ganismen, daß erstere sich aus selbständigen, letztere sich ausunselbständigen Einheiten zusammensetzen.
6. Der Staat ist daher nicht eine freie Schöpfung desIndividuums, sondern das notwendige Produkt der im Indi-viduum sich bethätigenden sozialen Motivationsweise. Auchdort, wo er durch bewußten Akt gegründet wurde, bernht erauf solcher, nicht auf individualistischen Beweggründen.
6. Aber der Staat ist nur einer jener sozialen Orga-nismen. Eine gesunde Gesellschaft verbindet den höchstensozialen mit dem Elementarorganismus durch eine Reihe so-zialer Zwischenglieder; solche sind die Familie, das Geschlecht,der Stamm, die Stadt, die Gemeinde, die Zunft, die modernenArbeiterorganisationen (Gewerkvercine) u. s. w.