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Die Entlastung der Culturarbeit durch den Dienst der physikalischen Kräfte / von M. M. von Weber
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dem Raume, auf dem jetzt ein Halm wächst, deren zwei wachsenlassen könnte.

Kein Geringerer aber ist derjenige, der die Zeit und dieKraft, die der Mensch bedarf, um zum Nebenmenschen zu ge-langen, mit ihm seine Gedanken auszutauschen, um eines Athem-zugs Anstrengung abmindern, um einen Augenblick verkürzenkann.

Je kleiner die Welt, um so gröfser der Mensch.

Die Bestrebungen zur Lösung des grofsen Problems der Ent-lastung von der Körperlichkeit haben daher, vom Uranfang derCivilisation an, einen wesentlichen Theil der Culturarbeit gebildet.

Die Cultur selbst aber ist ein mit der gesammten Menschheitvorgehender Darwinscher Procefs. Wie der lebende Organismusin unabsehbarer Zeit unter unablässigem Drange des von äufserenBedingungen hervorgerufenen Bedürfnisses, aus sich heraus dieOrgane entwickelt, die seinen Existenzerfordernissen entsprechen,so schafft die Menschheit, zum Theil durch die fortschreitendeEntwickelung ihrer gesellschaftlichen Wechselwirkungen, vorAllem aber durch die grofsen Erfindungen, sich die Organe zurErreichung ihrer zeitweiligen Ziele.

Auch die Lösung des Problems der Entlastung von derKörperlichkeit hat diese steigende Wandlung erfahren, ist in denverschiedenen Culturepochen verschieden aufgefafst, auf verschie-denen Wegen versucht worden.

Es ist fast selbstverständlich, dafs man bei den ersten Ge-staltungen der menschlichen Gesellschaft zu dem zunächst zurPland liegenden Mittel griff, welches eine bequeme und, nach denBegriffen von Ort und Zeit, so naturgemäfse und selbstverständ-liche Lösung der Aufgaben gewährte, dafs man sich während desbei weitem längsten historischen Zeitraums mit ihr begnügte,ja, in den ausgedehntesten Theilen der Welt, noch damit zu-friedenstellt.

Dies Mittel der Entlastung der Culturthätigkeit ist, so paradoxes klingen mag, die Arbeit des Schwachen für den Starken: dieSclaverei.

Die Gesellschaftsconstruction, welche die Sclaverei zuläfst,theilt die Bewohner der Welt in ernährte Denker und willenloseArbeiter, freie Menschen und ernährende Sclaven.

Die Tendenz, den Schwächeren, sei es nun Besiegter, Weib