Druckschrift 
Die Entlastung der Culturarbeit durch den Dienst der physikalischen Kräfte / von M. M. von Weber
Entstehung
Seite
17
Einzelbild herunterladen
 

17

So erwachen, unter der Hand der Technik, die seit Aeonenschlummernden kosmischen Kräfte, um in Leben, Licht, Be-wegung und Farbe verwandelt, den Menschen zum Menschen jdie Intelligenz zur Intelligenz zu führen, den sittenmilderndenWohlstand zu fördern, die Existenz zu schmücken und Millionenverstandregierter Arme menschenwürdiger Thätigkeit zurückzu-geben !

Unter dem Laufe der bewegten Dampfmaschine zu Landund zu Meer sind Zeiten und Räume, welche sich der Menschen-bewegung zu civilisatorischer Begegnung entgegenstellten, auf un-gefähr ein Fünftel ihrer früheren hindernden Macht zusammen-geschmolzen, und die Culturkraft des Menschen ist um so vielgewachsen, als der Erdball ihm gegenüber kleiner geworden ist.Aber wie der Muskel des menschlichen Körpers ohne den ihndurchziehenden Nerv eine leblose Fleischmasse wäre, so würden dieFliegemuskeln, welche die Erfindungen Watts und Stephensonsder Menschheit verliehen haben, nur halb schwingkräftig wirken,wenn sie der leitende Gedanke nicht, auf den Nerven der .Tele-graphendrähte, beherrschend durchzuckte.

Wenn der ungeheure Lebens- und Bewegungsorganismus, dersich aus der Urzelle von Watts Theemaschine entwickelte, dieMühen und Lasten der Körperbewegung, unter und auf der Erdeund auf dem Wasser, auf die physikalische Kraft des Dampfesübertrug, Menschenarbeit und Menschenzeit von den Hindernissendes Raumes in eminentem Sinne entlastete, vernichtete die Ent-deckung Galvanis fast ganz die Zeit zwischen Entstehen undEmpfangen der Gedanken.

Hier bestand die Urzelle der grofsen Erscheinung in einemPaar kleiner Froschschenkel, von dem mit Untersuchungen überdas Nervensystem beschäftigten Arzte mit Instrumenten aus ver-schiedenem Metall berührt.

Das Zucken der kleinen Gliedmafsen war die erste Kund-gebung der Kraft, durch die wir jetzt, auf tausend metallenenWegen, Wünschen, Denken und Wollen, im Bruchtheil einerSecunde, losgebunden von Raum und Zeit, um den Erdballblitzen lassen.

Sie ist allgegenwärtig in ihren verschiedenen Formen wie derWille der Gottheit selbst. Sie entsteht ebenso; wenn die Morgen-sonne den Thau auftrocknet, als wenn zwei ungleichartige Stoffe

2