21
beschäftigenden Problems der Erfindung der Dampfmaschinewenig nachgeben dürfte.
Der weiteste und ihrer Würde gemäfseste Schritt, den dieMenschheit je nach ihren höchsten Zielen gethan hat, datirt vonder Dienstbarmachung der physikalischen Kräfte für ihre Ent-lastung von der körperlichen Arbeit.
Mit der Herrschaft über Dampf und Electricität erst hat siedie gewaltigen Werkzeuge zum Hinwegräumen der Hindernissegewonnen, die Körpergewicht und Raum und Zeit ihrem civili-satorischen Schaffen, dem freien Zusammenwirken der Geister,entgegenstellen.
Nie ist in so kurzer Zeit eine so hohe Staffel im Culturgangeder Menschheit erstiegen worden.
Die früheren, weit ferner vom Ziel bleibenden Versuche zurLösung des Problems haben grofse, ihnen specifisch eigene Kunst-epochen hervorgerufen.
Derälteste, der der Theilung der körperlichen und geisti-gen Arbeit unter Freie und Sclaven, trug die antike Kunst undLiteratur.
Der der christlichen Aera, das Ziel durch Glauben undAskese zu erreichen, stützte die mittelalterliche und moderne.
Der dritte, der die Befreiung des Menschengeistes durch dieDienstbarmachung der grofsen kosmischen und physikalischenKräfte anstrebt, steht noch in zu jungem Keimen von kaum zweiMenschenaltern, um schon im Stande gewesen zu sein, dieKraft in Schönheit umzusetzen: eine Kunstblüthe zu
treiben.
Warum er, der so viel edlere und mächtigere Mittel als seineVorgänger zur Lösung des Problems an wendet, nicht im Standesein sollte, sein Streben wie sie in Schönheit in Kunst aus-zuklingen, ist nicht erdenklich.
Welcher Art diese Kunst sein wird, mit welchen Mitteln sieihre Darlebungen erzielen wird — wir wissen es nicht 1
Vielleicht werden dabei Anschauungen neuer Art, von un-geahnter Unmittelbarkeit, in das Spiel kommen.
Wir wissen, dafs wir die Schwingungen in dem uns um-gebenden Luft- und Aethermeere, deren Zahl zwischen 8 und40000 in der Secunde liegt, als Ton hören, dafs wir andere,