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Bevölkerung auf dem Gebiete des heutigen deutschenReiches am Ende der betreffenden Jahre und durch-schnittliche jährliche Zunahme in den betreffendenJahrfristen. (In abgerundeten Zahlen.)
Jahr:
V olkszahl:(Millionen)
Jährliche Zunahmein Procenten:
I8l6
24,8
—
1820
06 -
1,43
1825
28,1
1,34
1830
29,5
O l9 S
1835
30,9
0,94
1840
32,8
I ,l6
tn
OO
34,4
0,^6
0,57
1850
35,4
1855
36,1
0,40
1860
37,7
0,88
1865
39,7
0,99
1870
40,8
0,58
1875
42,7
0,92
Wie wir hieraus ersehen, ist nicht eine Steigerung sonderneine Verminderung des Procentsatzes der Jahreszunahme ein-getreten, derselbe war in den zwanziger Jahren dieses Jahr-hunderts gröfser als jetzt. Eine Verdoppelung der Bevölkerunghat zwischen den Jahren 1816 und 1875, also in 60 Jahren, nochnicht stattgefunden und besteht sogar noch heute nicht, wobeiallerdings die Auswanderung in Betracht gezogen werden mufs.
Unter den Aussichten, die uns Herr Fabri stellt, zeigen sichverschiedene Punkte von vorn herein als ungefährlich. Einesteigende Einfuhr von Getreide und Vieh ist bei einer steigendenBevölkerung nicht allein natürlich sondern willkommen, da siedie Ernährung des Volkes erleichtert. Sie kann sogar vor sichgehen, ohne dafs eine Bevölkerung sich so rapide als dieunsrige vermehrt, wenn sich ein Theil derselben zur Industriewendet und viele der Arbeitskräfte, welche früher ausschliefslichKörnerbau oder Viehzucht getrieben haben, andere Beschäftigun-gen ergreifen, deren Natur zu einem erhöhten Consum drängt.So ist der Verbrauch von Brot und Fleisch pro Kopf in denKohlen- und Eisenindustriebezirken gröfser als in den reinen