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Gering angeschlagen waren unter zwanzig Flinten imDurchschnitt neunzehn unbrauchbare — daß die brauch-baren selbst wieder von den verschiedensten Sorten, ausden Armeen aller Zeiten und Nationen zusammengestöppelt,daher für Munitionirung und Exercitium gar nicht zu ver-einigen waren, vervollständigte die Tröstlichkeit dieser Be-waffnung. Wir beruhigten uns mit den im Gang befind-lichen Geldsammlungen und Waffenankäufen und mit dereisernen Nothwendigkeit. Der Ort war über und übervollmit Zuzüglern, an allen Ecken wurde nach Herzenslust ge-trommelt, geschossen, musizirt, geschimpft, gejubelt. AlleStrapazen der folgenden zwei Monate, die in dieser Be-ziehung Großes aufzuweisen hatten, waren Nichts gegenden Eindruck dieses Chaos, aus dem unsere künftige mili-tärische Welt hervorgehen sollte. Endlich, tief in derDunkelheit, war es uns gelungen, die Leute in den Häusernund Scheunen, übel genug, unterzubringen. Nun mußtennoch die nöthigsten Anordnungen getroffen werden. Wirhielten eine Zusammenkunft mit den provisorischen Führern,um die wichtigsten Chargen zu besetzen. Namentlich er-innere ich mich, daß wir uns große Mühe gaben, für dievier als unentbehrlich erklärten Adjutanten gute Reiter aus-findig zu machen. Wir haben später noch oft über jeneAnstrengung gelacht, denn im Laufe des ganzen Feldzugswar es uns auch nicht möglich, nur ein einziges vier-füßiges Thier für den Oberkommandanten aufzutreiben.Endlich, lange nach Mitternacht, kauerten wir nns zu zehnbis zwölf in ein Zimmer zusammen. Am Morgen, alssich Einer nach dem Andern aus dem Stroh, den Decken,Mänteln und anderen kriegerischen Schlafanstalten ent-wickelte, zählte ich noch ein Dutzend mehr, welche sich überNacht eingefunden hatten. Wir stellten die Leute auf inden Abtheilungen, wie sie gekommen waren, präsentirten