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fundamentalen Habsburgischen Absolutismus mit Recht be-droht erscheint. Und wie innig die Aufrechterhaltung un-geschmälerter Landessouveränetät mit der Vermehrung aller-höchster Zivillisten und Domanialgerechtsamen verwachsen ist,haben deutsche Stände seit 1849 weidlich erfahren können.Der fortgeschrittenen Bildung aber verdanken es die aller-höchsten Herrschaften, daß sie die zu einem lustigen Juchhenach Amerika ! begeisternde Schnapsverteilung nunmehr durchGestattung burschenschaftlicher Lieder ersparen, und mittelsaufgewärmten Franzosenhasses, mittels jesuitischer Umtriebe,besoldeter Zeitungen und herabgekommener Aktienbesitzereine scheinpatriotische Erhebung in Szene setzen, deren Aus-gangs- und Endpunkt in erster Linie die Erhaltung desHabsburgischen Soldaten- und Pfaffen-Despotismus ist. inzweiter Linie die Erhaltung der darauf basirten Zersplitte-rung Deutschlands in dreißig souveräne Staaten. Ihrwütet für Habsburg gegen Italien und für eure absolutenLandesherren gegen Euch selbst und glaubt eine deutsche,d. h. einheitliche Erhebung zu feiern! O admirable Konustmmsrir!
Wie sie schreien werden — denn Schreien ist ja dieParole, und sie kennen den Zauber dieses Betäubungsmittels— wie sie schreien werden, die Schurken und Schwachköpfealler Abstufungen, über den Einzelnen, der sich unterfängt,mit frecher Selbstgewißheit sein abstechendes Urteil als denAusspruch des Menschenverstandes der Stimme einer Nationentgegenzustellen. Nun, es giebt solche Gewißheiten, esgiebt Ueberzeugungen, die in Ruhe und Unbefangenheit ab-gewogen, das Bewußtsein in sich tragen, daß sie alleinrichtiger sehen, als eine rasende Gesammtheit, die am Endeauch nur von einigen Wenigen geführt, berauscht, gehetzt,sich einherwälzt. Und wer sind sie denn, die sich auf diegroße Mehrheit, auf die heilige Volksstimme berufen? Sindes die, welche ihr von jeher gehuldigt haben? Nicht doch!