diesseits wie jenseits des Rheins. Haben wirs doch jüngst-hin erlebt, daß ein solcher Mann Gottes im Vollbewußt-sein höchstseines erhabenen Standpunktes vor Gericht er-klärte: was er in der Stadt Augsburg zu Papier gebe,das gehe rein über den Horizont unserer bürgerliche» Schä-del und sei nur zur Erleuchtung von Fürsten und Staats-männern bestimmt. So weit hatte es Gott der Herr nichtgebracht, da er zu Mosen sprach: „Geh' hin und ver-künde allem Volke", — und ist doch auch seiner Zeit eineAutorität gewesen! Das Schönste bei der Sache kam aberhernach zu Tage, nämlich, das sothanes Augsburger Fürsten-brevier von Kommunisten auf Haldsold bedient wird, diein ihren Musestunden, wenn gerade auf der äußerstenLinken nichts zu verdienen ist. bei der äußersten RechtenArbeit finden und Herrn Baron von Cotta mit den schönenResten ihres Zerstörnngstriebes vergünstigen. Variatio äs-Isewt. Es muß recht vergnüglich sein, in den Pausendes proletarischen Klassenkampfes auf vertrautem Fuß mitDeutschlands Baronen, Staatsmännern und Fürsten zuverkehren. Auch fehlt es, wollte man tiefer eindringen,wie bei allen historischeu Erscheinungen, nicht an der Er-klärung des inneren Zusammenhanges.
Vor allem muß heutzutage ein armer Sterblicher daraufgefaßt sein, unter dem Hohngeschrei der modernen Weisenvernichtet zu werden, wenn er sich beigehen läßt, von Prin-zipien zu reden. So verächtlich konnte nicht Reinecke, derehrliche Fuchs, sich über Schwänze äußern, nach dem erden seinen in der Falle gelassen, wie heutzutage eine ge-wisse Sorte von Politikern sich über Prinzipien lustigmacht. Es hat damit aber auch so seine Schwanzbewandt-nis. Genau besehen tragen die Herren alle einen armen,schlecht vernarbten Stummel am Leibe und haben die Blumeihrer Integrität in irgend einem speckverzierten Fangeiseneingebüßt. Inäs iras! Ehemalige Freischärler, welche für