Vorwort zur merken Auflage
A)enn diese kleine Schrift, ganz sich selbst überlassen,mehr gelesen und besprochen worden ist, als ihr der Ver-fasser zn prophezeien gewagt hätte, so ist dies Glück sicher-lich in erster Reihe dem Gegenstande zu danken, mit demsie sich beschäftigt. Wenn ihr aber, nachdem sie sich einmalBahn gebrochen, auch lebhafte Zustimmung zu teil gewordenist, so rührt das ohne Zweifel daher, daß sie solchen Ge-danken Worte gab, welche Viele längst mit sich herumgetrageuhatten, wie sie selbst denn auch nichts weniger als eineImprovisation ist, sondern das Ergebnis langjähriger Ab-lagerung immer und immer wieder erwogener Erfahrungen,Beobachtungen und Reflexionen. Der Zeitpunkt, in welchemdie nicht länger zu überwindende Zwiespältigkeit der National-liberalen Partei zum Durchbruch kam, gab auch das Signalzur Befreiung der lange zurückgedrängten Gedanken.
Unvermeidlicher Weise mußten Bekenntnisse, die vonVielen mit Wohlgefallen begrüßt wurden, Anderen um soweniger zusagen. Wo es sich um Streitfragen, und garum politische handelt, versteht sich das von selbst.
Doch wer sich darauf beschränken wollte, die Bedenkennur der völlig Unbefangenen zu zerstreuen, fände nicht vielzu thun. Zu wenige stehen in der Mitte zwischen denen,