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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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die man nicht erst zu überzeugen braucht, und denen, dieman nicht überzeugen kann! Und diese kleine Zahl entziehtsich noch der Wahrnehmung dadurch, daß gerade sie amwenigsten sich vordrängt! So muß, wer AnfechtungenRede stehen will, sich schon bequemen, auf die zu hören,die nicht sowohl als Richter, wie als Kläger erscheinen;aber es bleibt ihm dabei um so mehr das Recht, unterdiesen Gegnern eine Auswahl zu treffen.

Wozu sich mit Leuten befassen, deren Geschäft ein fürallemal ist, einen jeden der Hölle zu überliefern, der sichüberhaupt untersteht zu widersprechen? deren Parole lautet:draufschlagen, und gerade um so heftiger draufschlagen, jemehr der Widersprechende sich durch Maßhalten und Billig-keit Gehör zu verschaffen im Stande wäre? Gelingt ihnenauch nicht, alles was sich regt, durch die erste Kanonadeniederzuwerfen, so bleibt für ihren Zweck doch immer soviel gewonnen, daß das Publikum betäubt und der An-gegriffene in seinen Erwartungen auf billiges Gehör möglichsttief herabgestimmt wird. Wie klug berechnet und praktischwirksam diese Methode ist, kann jeder an sich selbst erfahren.Freut man sich doch schon, mit Gegnern zusammenzustoßen,welche nicht ganz blind dreinschlagen. Und solchen Gegnernbesserer Art mögen die wenigen hier nachfolgenden Be-merkungen gewidmet sein.

Einige haben gerügt, daß trotz aller Bemühung, demGenius und den Verdiensten des leitenden Staatsmannesgerecht zu werden, doch ein nicht geringer Grad persönlicherAntipathie zwischen den Zeilen der Schrift durchblicke.Diese falsche Auffassung entspringt wohl aus dem kindlichenVerhältnis, in welchem die meisten Menschen bei uns nochzur Politik stehen, ein Verhältnis, das um so schlimmerwirkt, als der eine Mann, um den sich alles dreht, vondieser Kindlichkeit so gar nichts an sich hat. Während er