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Ursachen und Wirkungen.
<5ald in freundlicher, bald in feindlicher Tonart hörtman die Frage aufwerfen, ob der nach links abschwenkendeFlügel der Nationalliberalen sich in Opposition gegen denReichskanzler stellen wolle. Und je mehr einer mit Ängst-lichkeit dieser Frage aus dem Wege geht, desto mehr suchenihn andere in Verlegenheit zu setzen, indem sie für aus-gemacht halten, daß auch schon der Gedanke an eine solcheOpposition das sichere Zeichen der Verdammnis an sichtrage.
Warum denn hier nicht offen Farbe bekennen? Istes denkbar, daß eine Partei, von welcher die Politik desFürsten Bismark ein Jahrzehnt lang beinah ausschließlichgetragen war, sich entzweie, ohne daß das Verhältnis zumKanzler dabei entscheidend eingegriffen hätte? Wenn man'sauch leugnete, kein Mensch würde es glauben, und mankönnte den sonderbaren Verdacht erwecken, als wolle manden alles beherrschenden Einfluß des Gewaltigen absichtlichmißkennen. Nein, es ist öffentliches Geheimnis, daß dieendlich zum Ausbruch gekommene Krisis wesentlich durchdie immer tiefer klaffende Spaltung herbeigeführt wordenist, welche in dem Verhalten zu den eigentlichen Lebens-