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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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Sürtaxen und Durchgangszölle triumphierend dem Kanzleranzupreisen, wenn er nicht auf einen der mechanischen undäußerlichen Behandlung solcher Dinge zugewandten Sinnhätte rechnen dürfen. Nur dieser, durch die Bitterkeit derEnttäuschung geschürften Neigung hat die Fabel plausibelerscheinen können, daß Deutschland sein Milliardenglücknicht verscherzt hätte, wenn die Zölle auf Eisen und Baum-wolle um etliche Thaler höher gewesen wären. Von dieserwunderlichen Auffassung der Dinge, die von Denen, welchesie auszunutzen dachten, umhergetragen und angepriesenwurde, ging der Umschlag aus. Alles, was im Trüben zufischen gedachte, warf sich auf diese Deutung, und nnn lages einer auf ihre Selbsterhaltung bedachten Politik nahe,dem Einfluß ihrer bisherige!? Mitarbeiter die Schuld fürdie erlittene Enttäuschung zuzuschreiben, auf ihre Ver-bündeten den Uuwilleu der Mißmutigen abzulenken.

Einmal diese Bahn betreten, folgte mit unaufhaltsamerKonsequenz ein Rückschritt dem andern: der Brnch mitAllem, was dem ersten Jahrzehnt der Reichsgesetzgebnngseinen Geist und sein Gepräge gegeben hatte, ward unver-meidlich. Zuerst wurden die hervorragendsten Mitarbeiterin der Regierung abgestoßen, dann die rückläufige Arbeitin der Gesetzgebung systematisch uud mit dem an kriegerischeDurchführung gewöhnten Ungestüm in Angriff genommen.Charakteristisch für den ganzen Feldzug ist seine Armut anschöpferischen Gedanken, Das ganze Zukunftsprogrammläuft im Grunde ans die Rückkehr zn den AnschauungenAnd Einrichtungen vergangener Zeiten hinaus.

Soweit das Auge blickt, nichts als Vorstellungen, Ge-sgtze, Institutionen, welche vor hundert Jahren dagewesenund vor vielen oder wenigen Jahrzehnten durch den Gangder Kultur uud die wachsende Einsicht beseitigt wordenwaren..' Rückkehr zu den Beschränkungen im Verkehr mit