kassierung einer so ungeheuren Forderung verbunden waren.Wie wunderlich erscheint es doch dem ruhigeren Urteil, daßdieselben Leute, welche nicht hastig genug die Überführungvon fünf Milliarden Forderungen in ihr Land besorgtsehen konnten, nachher sich erschreckten über den Andrangvon Einfuhr und über den Anreiz zur Verschwendung, densie selbst geschaffen hatten!
Noch weniger als sie bedachten, daß Geld in Wahrheitnur Gnt bedeute, wollten sie ahnen, daß der Reichtum derNationen nicht aus dem durch Übereinkunft verschiebbaren,sondern nur aus dem sich immer wieder selbst erzeugendenBesitz erwächst; daß uicht sowohl der Vorrat von Produkten,als thätige Produktionsfähigkeit den Reichtum eines Volkesausmacht; daß die Mengen aller von Land zu Land über-tragbaren Güter verschwindend klein sind gegenüber denen,welche der Fleiß der Volker jahraus jahrein erzeugt, erspart,auhäust. Uud was die Hauptsache ist, nicht gesetzliche Vor-schriften, die, der Natur der Sache nach, zumeist auf Ein-schränkungen der Freiheit in der Bewegung der Menschenund Dinge hinauslaufen, schaffen die über Reichtum undArmut entscheidenden Produktionsbedingungen, sondernFortschritte der Zivilisation, welche Sinn und Geschicklich-keit für die Vervollkommnung des Lebens weckt. WäreFürst Bismarck für die Organe und Kräfte des innernKulturlebens mit demselben Scharfblick ausgestattet, welcherihm zu Gebote steht, wenn es gilt, seine Züge auf demSchachbrette der inneren und äußeren Politik zu berechnen,so wäre die Verstimmung über den Mißerfolg der mitÜbereilung eingezogenen Milliarden uicht der Ausgangs-punkt einer Bewegung geworden, welche Trost für die Ent-täuschung in der mechanischen Nachahmung möglichst vielerveralteter französischer Einrichtungen sucht. Der wirtschaft-liche Köhlerglaube hätte nicht gewagt, vergilbte Rezepte für
Ludwig VambcrgcrS Gcs, Schraten, V. g