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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
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sich daran knüpfte, vermöchte Grund zn einem Vorwurf zugeben. Die schwere Verirrung lag darin, daß man diewirtschaftliche Verfassung Deutschlands für eine Wendungder Dinge verantwortlich machte, an der sie gleichviel,ob an sich gut oder schlecht für jeden Unbefangenenganz unschuldig erscheinen muß.

Dem sogenaunten praktischen Sinn, der sich nur aufdas Nächstliegende richtet, erscheint immer wieder das Geldallein als der Reichtum uud Besitz, ähnlich so wie demAuge Sonne, Mond und Sterne als größere uud kleinereLichter an dem über die Erde gespannten Himmelszelt er-scheinen. Dieser an den gröbsten Sinneseindrücken haften-den Anschauung der Diuge die Regelung der wirtschaft-lichen Angelegenheiten eines Landes überlasten, ist ebensogerechtfertigt, als es gerechtfertigt wäre, öffentliche Anord-nungen, welche nach physikalischen Raumverhältnissen zutreffen sind, denen zu überlassen, welche die Sonne alseinen mehrere Fuß breiten, hiuter dem nächsten Berg unter-sinkenden Feilerball und die Sterne als freundliche, amHimmel erglimmende Nachtlichter ansehen. Und wie auchgebildete Menschen, welche wissen, daß die Sonne nichtdort unten ins Meer hinabtaucht, sich dem unmittelbarenEindruck des Schauspiels nicht ganz entziehen können, soläßt sich in ökonomischen Dingen das Urteil der Meisten,auch der besser Belehrten, immer wieder verwirren durch denEindruck, welchen das Geld auf ihre Vorstellung ausübt.Neun Zehnteile aller Fehlschlüsse entspringen noch bis aufden heutigen Tag aus dieser Sinnestäuschung, trotz allem,was dagegen geschrieben und gesagt worden ist. Wer, derSache auf den Grund gehend, sich Rechenschaft darübergegeben Hütte, was es heißen will, eine Wertmenge vonMilliarden aus einem Land ins andere zu ziehen, würdedie Gefahren erkannt haben, die mit der ungeduldigen Ein-