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handelt, stellt man sich auf den Boden des sogenanntenpraktischen Verstandes. Da wird alles mit Verachtungzurückgewiesen, was sich irgendwie auf allgemeine, das Ganzemittelst geordneter Gedankenreihen übersehende Schluß-folgerungen beruft. Der einzelne Fabrikant oder Grund-besitzer holt seine Bücher herbei und weist mit Ziffern nach,wie er nicht bestehen könne, wenn man ihm nicht Sicher-heit gebe, gewisse Preise zu erzielen, und wie gut es ihmgehen würde, wollte man ihm von StaatSwegen diese Sicher-heit gewähren.
Macht Jemand dagegen den EinWurf, daß solche Vor-teile nur unter entsprechender Beschädigung der Andereneingeräumt werden können, daß man den Anderen nimmt,was man dem Einzelnen giebt, und zwar daß man Jenennoch viel mehr nimmt, als man Diesem giebt, so erhebt sichder „praktische Verstand" mit dem Schrei der Entrüstunggegen die Abstraktion, die Theorie, die Lehrmeinung, diemit allgemeinen Betrachtungen das handgreiflich Faßbarewegdemonstrieren wolle. Nicht so jedoch, sobald es gilt,den Vielen die Vorteile zu Gemüte zu führen, welche ihnenaus der Begünstigung der Einzelnen angeblich erwachsen.Beim Übertritt in dieses große Gebiet lassen sich auch dieLeute des praktischen Verstandes zu allgemeinen Ideen herab,und wenn eine Idee desto theoretischer zu heißen verdiente,je unfaßbarer sie wäre, so würden auf diesem Gebiete dieMänner des sogenannten praktischen Verstandes als Theo-retiker unübertroffen dastehen. Ist es schon schwer, wirklicheVorteile bei ihrer Verbreitung über große Gesamtheiten imeinzelnen Falle in erkennbarer Weise vor das Auge zubringen, so wird es noch schwerer, ihm bloß eingebildeteVorteile in ns-tru-g. zu zeigen. Nun aber wirft man sichauf die allgemeinsten Betrachtungen und die weitest ge-spannten Gedankenverbindungen. Zum Beispiel: der Preis