Denn wenn es auch hier und da positiv fördernd als Staats-Unternehmung oder -Unterstützung auftritt, so läßt sich dasnicht in großem Maßstab durchführen, ohne den sozialistischen Staat in vollem Umfang anzuerkennen. Positive Porteilejedem Begünstigten in den Schoß zu werfen, ist unthunlich,aber man kann sie ihm mittelbar verschaffen, indem manAndern das Leben erschwert. Daher muß sich das Systemder Bevorzugung im Großen uud Ganzen ans die Methodeder Behinderung verlegen. Daraus ergiebt sich denn dasganze endlose Gefüge von Schranken und Hinderniffeu,mittelst deren Jeder die Thätigkeit seines Mitbewerbers unterdem Beistand der Staatsgewalt zu vernichten bestrebt ist;und da die negativen Resultate unterdrückter und erstickterThätigkeiten sich nicht so leicht fassen und berechnen lassen,wie die in die Augen fallenden Gewinne der Bevorrechteten,so entzieht sich der Gesamtnachteil der allgemeinen Wahr-nehmung. Dem Einen verbietet man zu kaufen, dem Andernzu verkaufen, dem Dritten zu arbeiten, dem Vierten zuwandern,dein Fünften sich zu verpflichten, dem Sechsten sich nieder-zulassen, dem Siebenten zu heiraten; und schließlich wirdJedermann dazu erzogen, fortwährend darüber nachzudenken,wie er vom Staat verlangen könne, daß einem Andern dasLeben erschwert werde. So wird man, um der Reihe nachJedem gerecht zu werden, von einer Ungerechtigkeit zurandern getrieben, und als die Aufgabe des Gemeinwesensergiebt sich schließlich der wunderbare Beruf, möglichst vielHindernisse der Produktion, der Ernährung, der Bewegung,des Fortkommens zu schaffen, die gesamte Entwicklungrückwärts statt vorwärts zu bringen.
Je weniger Einer sich selbst helfen mag, desto mehr ister geneigt, fremde Hilfe anzurufen, und wenn die Hilfe-leistung darin besteht, daß Andere in ihrer Lebensthätigkeitherabgedrückt werden, so ist damit eine Prämie ausgesetzt