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auf alle schlechten Eigenschaften, welche den Menschenmoralisch und ökonomisch herunterbringen oder niederhalten.Trägheit, Neid, Mißgunst werden die Regulatoren desLebens. Im freien Austausch der Kräfte ist jede Thätigkeitdarauf angewiesen, das Maß ihrer Belohnung von demMaß ihrer Dienstleistung zu erwarten. Wo aber jedehöhere Belohnung Anstoß erregt, wird auch die ihr zu Grundeliegende höhere Anstrengung verdächtig, welche ihr Bemühenauf größere Dienstleistung richtet. Und weil die Menschenso dazu erzogen werden, nicht sowohl auf das zu achten,was sie durch eigene Anstrengung zustande bringen, alsauf das, was sie die anderen zu thun abhalten können,wird die vorwärtsstrebende Kraft in Bann gethan. Nichtdarauf, daß lohnende Thätigkeit eine Bereicherung der Ge-meinsamkeit mit sich führt, wird geachtet; sondern der Lohn,welchen der Eine sich erwirbt, wird als ein Raub am Anderenangesehen, und Jeder bildet sich ein, Alles allein gewinnen,d. h. leisten zu können, wenn man nur alle Anderen ver-hinderte, dasselbe zu thun. Am leichtesten gelingt es, diesesSystem der Behinderung, der Indolenz und Impotenz demAusland gegenüber in Anwendung zu bringen, und dashochtönende Stichwort vom Schutz der nationalen Arbeitmaß dazu herhalten, den Egoismus und die Bequemlichkeitals eine patriotische Tugend aufzuputzen. Aber einmalgegen den Ausländer proklamiert, bricht sich, wie mantäglich sehen kann, das System auch allerwegen nach innenBahn; Hemmung und Beschränkung wird das Feldgeschreivon Mensch zu Mensch, von Ort zu Ort. Welch wunder-volles Rezept für Solche, die teilen wollen, um zu herrschen!
Die moderne Staats- und Gesellschaftsentwickelung hatdie Schranken und Privilegien, mit welchen die einzelnenBerufszweige ehedem umgeben waren, zu Falle gebracht.Wer sich auf das System der Bevorzugung verlegt, wird