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teile der weiteren Verbreitung jener Geheimkunst mit in denKauf genominen werden können. Viel, in der That, sehrviel ist hier zu lernen.
Zunächst sehen wir, wie Einer sich niemals von derHoffnung auf einen Zoll muß abschrecken lassen, wenn ernur nicht »lüde werden will, sich mit allen denjenigenHerren im Reichstag und in der Regierung in die richtigeVerbindung zu setzen, deren Person schließlich am meistenins Gewicht fällt. So war der Held unserer Geschichte zumBeginn des Reichstagszollfeldzuges 1879 anfänglich überallabgewiesen worden. Weder die Regieruug uoch die Abge-ordneten vermochten einen Umstand wahrzunehmen, der zuseinen Gunsten gesprochen hätte.
Aber er läßt sich nicht abschrecken, er zeigt uns, wieer sich zunächst mit besonderem Scharfsinn eine kleine An-zahl Abgeordneter heranssncht, auf welche vor allem Sturmgelaufen werden muß; wie hierbei „die persönliche Agitation"alles zu leisten hat, wie er unermüdlich von früh bis spatallen Reichstagssitzungen beiwohnt, oder, was noch nütz-licher ist, sich im Norsaal des Hauses umhertreibt, daselbststets neue Bekanntschaften zu machen; wie er dann von demVorsaal nach gemachter Bekanntschaft in die Wohnnngender Einzelnen dringt, wie er jeden, Mann für Mann, un-ausgesetzt mündlich und schriftlich mit „Instruktion" ver-sieht; wie er es wohlweislich dabei nicht unterläßt, auchdie jeweils maßgebende Person der Regierung aufzusuchen,und wie er von ihr die Versicherung erhält, daß sie imStillen seiuen Versuchen gar hold sei, obwohl die offizielleGesetzesvorlage selbst im Wege stehe und von ihr pro toi-ras.verteidigt werden müsse. Der gewandte Herr kontrolliertauch die persönlichen Wirkungen seines heißen Bemühensso sorgfältig, daß er von der Zuhörertribüne herab genauseine Mannschaft überwacht und die Freude hat, im ge-