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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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gebenen Fall festzustellen, daß alle diejenigen, mit denen ergesprochen hatte, für, alle übrigen gegen sein Anliegenstimmten.

Ferner macht er im Laufe seiner Expektorationcn dasbezeichnende Geständnis, daß viele Abgeordnete bei der fürihn erwünschten Abstimmung nicht im Saale waren, weilsie zu seiner sittlichen Entrüstung außerhalb desselbenmüßigerweiseüber konstitutionelle Garantieen und politischeTheorieen disputierten", lauter Dinge, die der Zollstreberals ein echter Schüler berühmter Weisheitslehren von derLasterhaftigkeit politischer Bestrebungen und der Tugend-haftigkeit der Jnteressenjagd, gründlich verachten muß. Abertrotz aller dieser Anstrengungen, trotz aller Anstürme uudLaufgräben mißlingt dem unermüdlichen Belagerer desReichstags und der Reichsregierung auch in der zweitenLesung die Eroberung seines Zolles. Doch den Tapferenentmutigt das alles nicht. Jetzt wendet er sich zurück anseine Fachgenossen und unterrichtet jeden derselben viritim.über das, was er thun, namentlich wie er den ihm nächst-stehenden Reichstagsnbgeordneten in gründliche Bearbeituugnehmen müsse. Er giebt ihm darüber eine detaillierte Ge-brauchsanweisung; und es ist tief zu beklagen, daß diesesRezept, wie man einen Abgeordneten für seine Privatzweckein die Knr nehmen müsse, in das sonst so interessanteSchreiben nicht Aufnahme gefunden hat.

In dem Maße, als die Zeit und die Beratungen desParlaments vorauschreiten, steigert sich natürlich das Inter-esse dieses Zollrvmans, welcher, wie dies auch jüngst wiederpassierte, erst in der dritten Lesung zu der spannendstenSituation und der für den Helden erfreulichsten Lösungsührt. Gerade in dem Moment, da seine Besorgnis aufshöchste gestiegen ist, weil er vernimmt, daß der ganze Zoll-tarif nach dem Beschlusse zweiter Lesung unverändert an-