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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
149
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Hannover sich mit einer Bittschrift in den bekannten Wen-dungen an des Reichskanzlers durchlauchtigste VorsehungAM Schutz flehend gewendet hatte. Auch verließ Dittmarspäter die Korkindustrie, um Zuflucht bei der Zuckerindnstriezu suchen, wobei es ihm jedoch noch trauriger ergehen sollte,als vvrher. Zuguterletzt strandete er auf der Bank derAngeklagten.

Zum Humor des Ganzen endlich gehört aber auch, daßder so heiß erkämpfte Gewinn nur von kurzer Dauer war.Nur wenige vier Jahre blieb dieser angeblich für den Schutzder nationalen Industrie und uatürlich bloß um des Wohlesder Arbeiter willen für unentbehrlich erklärte hohe Zoll inKraft. Der spanische Handelsvertrag schaffte ihn wieder ausder Welt. Spauieu bestand darauf, daß er wieder herab-gesetzt werde, und da es nur um diesen Preis den oberstenund mächtigen Heiligen unserer neueu Wirtschaftspolitik,Lanetuin L^iritum, den geliebten Sprit, den die ost- undnorddeutschen Großgrundbesitzer erzeugen, zn milden Bedin-gungen zulasfeu wollte, so hatten schließlich der oldenburgerGraf Galen und sein Schutzbefohlener xra riitulo gearbeitet.Alle Nachweise der sächsischen Gewerbekammer Hütten sicher-lich nicht vermocht, an dem einmal festgesetzten Zoll znrütteln, denn zu den Grundsätzen, nach denen wir jetzt re-giert werden, gehört doch auch der: daß jede Zollerhöhunggut, jede Herabsetzung vom Übel sei. Aber glücklicherweisemußte der deutsche Korkzoll dem spanischen Spritzoll weichen.Auch das ist eiue Moral, die am Schlüsse dieser lehrreichenDarstellung nicht unbeherzigt zu bleiben verdient. Wermit des Geschickes Mächten einen sicheren Bund flechtenwill, der muß die Feder beim Unterschreiben des Paktsnicht, wie Mephisto es begehrt, in Menschen-, sondern inKartoffelblut tauchen. Sprit ist ein ganz besonderer Sasr.

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