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Arbeiter um 20 pCt. herabsetzten, um den richtigen Schreckenund Unwillen im Lande zu erzeugen, der eine moralischePression auf den Reichstag auszuüben geeignet wäre. Esist nicht zur Kenntnis gekommen, daß dieser geschickteSchachzug jemals einer ähnlichen Zensur ausgesetzt gewesenwäre wie das Unterfangen jener Bäcker, welches der HerrReichskanzler „unverschämt" nannte, weil sie nach Erhöhungdes Getreide- und Mehlzolls auch den Preis ihrer Back-ware hinaufzusetzen sich unterstanden.
Es verdient auch als ein Beitrag zum wahren Sach-verhalt der Dinge nicht unerwähnt zu bleiben, daß dieRegierung des Großherzogtums Oldenburg , eiue der wenigen,welche noch an den früheren Traditionen einer aufgeklärtenWirtschaftspolitik festhält, dem Zollverlangen keinen Vor-schub leistete, obgleich gerade in ihrem Lande diese Industrieam meisten angesiedelt ist.
Übrigens stellte sich nach ganz kurzer Zeit auch heraus,daß die Zollerhöhung der Absicht ihrer Betreiber nicht bloßnicht gedient, sondern die betreffende Industrie geradezugeschädigt hatte. Dieses Bekenntnis ist aktenmäßig nieder-gelegt in dem offiziellen Bericht der Gewerbekammer desGroßherzogtums Sachsen, deren Mitglied Dittmar war.Leider erlaubt der Raum nicht, die interessante Schilderungwiederzugeben, in der offen eingestanden und beschriebenwird, wie der vermeintliche Schntz dieses Gewerbes geradezutätliche Wirkung für dasselbe herbeigeführt hat, eine Aus-führung, welche in ihren Einzelheiten einen schlagendenBeleg für die ganze Hohlheit und Falschheit der Lehre vomSchutz der nationalen Arbeit liefert, was natürlich nichthindert, daß flott und salbungsvoll damit weiter gearbeitetwird. Der betreffende Bericht ist sogar von demselbenDittmar verfaßt, der seiner Zeit Vorsitzender jener Fabri-kantenversammlung gewesen war, die am 30. April zu