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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
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alles Dasjenige, was zu Gunsten unseres Industriezweiges gesagt werdenkonnte und widerlegte er nochmals die früheren Ausführungen des Abge-ordneten Sonnemann und des Rcgicrungskommissärs Or, von Mayr underntete dafür die Genugthuung, daß seine Anträge zu Pos. Nr. 13 k und Kin Gegenwart des Herrn Reichskanzlers und in zwei getrenntenAbstimmungen von einer großen Mehrheit zum Beschlusse erhoben wurdenund seitdem Gesetz geworden sind, welches am 1. Oktober d. I. in Krasttreten wird. Für den Galenschen Antrag stimmten die deutsch -konservativeFraktion, die deutsche Rcichspartci, das Zentrum und die Sozialdcmo-traten, mit welchen ich schriftlich und mündlich verhandelthatte, geschlossen, außerdem eine erhebliche Anzahl der auf der linkenSeite des Hauses sitzenden Abgeordneten, darunter die Herren Dr. Sommer,Dr. Groß, Dr. Zinn, Jordan, Mosle, Bergcr, v. Bühlcr, Feustcl, Klein,Krcutz, Landmann. Der letzte Hammelsprung hatte die Anwesenheit von325 Abgeordneten ergeben und ich darf hierauf fußend annehmen,daß die beiden Abteilungen des Antrags Galen mit etwa 240 gegen!>v Stimmen angenommen wurden.

Nachdem Graf von Galen gesprochen, verlangte der AbgeordneteSonncmann das Wort, ein vom Freiherrn von Wirb ach recht-zeitig gestellter Antrag auf Schluß der Debatte aberfand die Mehrheit des Hauses und dein Herrn Sonnemann konntedeshalb das Wort zn f und nicht mehr erteilt werden, was fürden weiteren Verlauf der Dinge nur vorteilhaft seinkonnte,

Die Abstimmung erfolgte Abends Uhr und ich hoffe, daß dieseStunde in der Entwicklnng unserer Industrie eiuen Wendepunkt bedeutenwird, mir persönlich aber wird sie in der Erinnerung bleiben als der ver-söhnende Abschluß eines Vierteljahres großer Aufregung und Sorge.

Nachdem ich auch der letzten (8V.) Sitzung beigewohnt hatte, um beidieser Gelegenheit allen den Herren, welche mich in meiner schwierigenMission so wohlwollend unterstützt, in meinem nnd meiner Herren KollegenNamen nochmals zu danken und mich von ihnen zu verabschieden, reisteich am letzten Samstag, den 13. d. M. hierher zurück, dem Reichstags-abgcordneten Geh. Justizrat Marcard aber, welcher heute noch mit beson-derer Liebe an seinem Geburtslande Oldenburg hängt und welcher derletzten Sitzung nicht mehr beigewohnt hat, habe ich am 14. d. M. ineinem Schreiben meinen Dank ausgesprochen.

Was den ziemlich beträchtlichen Kostenpunkt der beendeten Agi-tation anlangt, so erlaube ich mir zu bemerken, daß eine Fahrt von Derm-bach nach Berlin oder zurück ca. Mk. 42 kostet, daß ich acht solcher Fahrten