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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
156
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nächsten Morgen zeitig im Reichstage, wurde ich von mehreren Herren so-fort beruhigt, am vollständigsten vom Grafen von Galen, welcher mirseinen für die dritte Lesung wieder eingebrachten, dieses Mal von 8 Liberalen,21 Mitgliedern des Zentrums, 8 Mitgliedern der deutschen Ncichsparteiund 14 Deutschkonservativcn unterstützten und Tags vorher zur Verteilunggelangten Antrag überreichte.

Der neue Antrag bezog sich nur auf die Absätze k und °- der Po-sition Nr. 13 uud war in dieser Hinsicht eine wörtliche Wiederholung desfrühereu, die zu Position Nr. 13s, früher beantragte Änderung aber, nachwelcher hinter:Korkholz" die Worte:auch in Platten oder Scheiben"gestrichen werden sollten, wurde mit meinem Einverständnis nicht wieder-holt, da es uns durchaus glcichgiltig sein kann, ob diese Worte im Zoll-tarif stehen bleiben oder nicht, andererseits aber Exzellenz von Schwcndlermir geraten hatte, nichts zu fordern, was nicht durchaus notwendig sei.

An dieser Stelle will ich bemerken, das; ich dagegen allen Vor-stellungen, welche darauf hinausliefen, daß wir uns mit einem Zoll von1520 Mk. pro 100 ><A begnügen und lieber das Wenige nehmen alsriskieren möchten, mit 10 Mk. abgespeist zu werden. Vorschläge,welche sowohl von Mitgliedern des Bundesrates wie desReichstages mir gemacht nnd damit motiviert wurden,daß der Sprung von nichts, wie es seither gewesen, auf30 Mk. ein zu riesiger sei und nicht verautwortet werdenkönne stets entschiedenen Widerstand entgegengesetzt habe, indem icherklärte, daß für die Existenz unserer Industrie ein Zoll von 30 Mk. pro100 KZ- die vonäitio sino qua non sei und daß ich mit dieser Forderungstehen oder fallen wolle.

Die dritte Lesung der Zolltarisvorlage begann am Freitag, den11. Juli, Vormittags 10 Uhr. Nachmittags S Uhr wurde die Sitzung bisAbends 7>/^ Uhr ausgesetzt und sodann in der Lesung fortgefahren. Endlichkam bei gut besetztem Hause uud nachdem während einer einzigen Stuudcin drei Fällen, in denen das Büreau des Hauses darüber im Zweifel war,ob es mit einer Mehrheit oder mit einer Minderheit zu thun hatte, dersogenannte Hammelsprung ausgeführt worden war, die Position Nr. 13und der Antrag Galen an die Reihe. Der Herr Antragsteller motiviertedieses Mal schon bei Absatz k auch dasjenige, was er am Absatz A ge-ändert haben wollte, während er bei der zweiten Lesung aus guten Gründendiese beiden Gegenstände auseinanderhielt.

In vortrefflicher Rede und von dem warinen Interesse getragen,welches dieser Reichstagsabgeordnete für meine Bestrebungen stets an denTag gelegt, vertrat er seinen Standpunkt, wiederholte er in großen Zügen