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120 Millionen Mark, eingethan, nicht etwa das Inventarund den Betriebsfonds mit einbegriffen, sondern nur alsGegenwert des kapitalisierten künftigen Geschäftsgewinns.Für Inventar und Betrieb ist daneben eine Summe vonI., 8t. 2 800 000 vorgesehen. Aber nicht diese für den Ge-winn eines einzigen landläufigen Unternehmens gezahltefabelhafte Summe ist es, welche hier am meisten überraschthat, sondern der Taumel, der sich des kleinen Publikumsbemächtigte, als die Aktieu des neuen Unternehmens zurBeteiligung aufgelegt wurden. Nach den aus London kom-menden Schilderungen müssen sich da Szenen abgespielthaben, wie sie uns aus Law's Zeiten in der Chronik derras HuinLg.lnxvix verzeichnet sind. Die einfachen Formu-lare zur Anmeldung, welche das mit der Ausgabe betrauteBankhaus Baring, natürlich unentgeltlich, versandt hatte/sollen mit zehn und fünfzehn Schilling bezahlt worden sein;aber vergeblich, denn als am Morgen des für die Zeich-nung bestimmten Tages die Menge sich zu den Pforten desBankhauses herandrängte, fand sie an denselben die Kund-machung angeschlagen, daß bereits alle Aktien vergebenseien, worauf der Zudrang und der Unwille dermaßen aus-brachen, daß die Thüren wörtlich in Stücke geschlagenwurden. Splitter derselben sind nach der Hand herum-gezeigt und verdientermaßen als Merkwürdigkeit uach Hausegetragen worden. Dabei muß noch erwähnt werden, daß,wenn dem ersten englischen Fachblatte, dem „Eeonomist",ein Urteil zusteht, die Aussichten dieser Aktien nach ein-facher Wahrscheinlichkeitsberechnung gar nichts Verführeri-sches aufweisen. Nur die Wahrnehmung, daß ein Rein-gewinn von elf Millionen Mark (im letzten Jahre) möglichist, hat als berückendes Zahlenmoment auf die Phantasieder Menge gewirkt. Und das ist das Gefährliche an derWirkung langgestreckter Stillstandsperioden. Die Erinnerung
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