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nicht zu reden, nur auf dieser gemeinen Erde vor, wovonsich Eure Handels- und sozialpolitische Weisheit nichtsträumen läßt!
Das Wichtigste uud Entscheidendste in dieser unermeß-lichen Welt des unendlich Kleinen und Großen ist, daß,wenn man auch die Kenutuis von allen diesen Vorgängenin einem gegebenen Moment in einem Kopfe zusammen-fassen könnte, derselbe doch nicht imstande Märe, einenSchluß für die nächste Zukunft daraus zu fasse». Wennsich Jemand mittags zwölf Uhr an den Eingang der Lon-doner oder Berliner Börse stellte und jeden Eintretendenauf seine An- uud Absichten Prüfte, würde er doch nichtimstande sein voraus zu sagen, wie die Kurse nm 3 Uhrsich stellen werden. Ein Drahtbericht aus Birma oder Seoul könnte alles über den Haufen werfen.
Darnm werdeu Auf- und Niedergang der Gesamtheitder Weltgeschäfte immer erst zu konstatieren sein, wenn sieda sind, und auch daun ist mit Vorsicht abzuwarten, ob sieDauer und Widerstand zu leisten geeignet erscheinen. VieleBücher sind über die Geschichte der Handels- und Geldkrisengeschrieben worden. Selten hat man die Frage zu beant-worten gesucht, welches das durchschnittliche Lebensaltereiner Krise sei? Viel öfter ist die Frage nach der Dauerder Gesundheitsperioden behandelt worden. Gelehrter Scharf-sinn und pessimistische Sozialdoktrin haben ihren Witz auf-geboten, systematische Wiederkehr geheimnisvoller Zahlen-reihen zu konstruieren. Nach je fünf oder zehn Jahren solltedie „Planlosigkeit" des Weltgetriebes regelmäßig durch einStrafgericht unterbrochen werden. Aber die Thatsachenwollen sich doch nicht einrenken lassen, ja über die Existenzder Thatsachen selbst laufen die Meinungen auseinander.Nach einigen Schriftstellern haben im letzten JahrhundertKrisen erlebt die Jahre 1793, 1795, 1797, 1N10, 1811.