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klimatischen Bedingungen des offiziellen Wohlverhaltens mitschwungvollen Evolutionen anzupassen verstehen.
Doch zurück zu unserer Frage! Warum esse ich? DieAntwort lautet heute wie dazumal:
„Du issest, damit ich satt werde."
Das und nichts Anderes besagt das Begehren, daß dasKorn teurer gemacht werden müsse. Darauf läuft — redenwir vorläufig nur vom Korn — alles hinaus, und wennes nicht darauf hinauslaufen soll, warum der ganze Lärmnach hohen Kornzöllen?
Wer seinen Hnnger mit Brot stillen will, ist durch deneinfachsten Gang der natürlichsten Logik darauf hingewiesen,daß, je weniger Schwierigkeiten ihm in der Anschaffungdieses Brotes bereitet werden, desto gewisser er zu seinemZiele kommt. Kein Schriftgelehrter, kein Feldherr, noch sosiegreich, und kein Staatsmann, noch so ruhmgekrönt, könnendiese einfache Logik aus der Welt schaffen. Wer Brot essenwill, verlangt nicht zu den möglichst schweren, sondern zuden möglichst leichten Bedingungen den Zweck zu erreichen,daß er satt werde.
Aber da kommen die gewichtigen Leute, welche die Ge-setze machen uud geben dem Brotesser mit Weiser Miene dieAufklärung: Du irrst, mein Freund, nicht damit du sattwerdest, verlaugt dein Magen nach Speise, sondern damitandere satt werden. Drum sollst du das Brot in Zukunftteurer bezahlen, d. h. du sollst entweder einiges Brot ent-behren, oder andre Dinge, die du für dein Geld, wenn dndessen übrig hast, kaufen könntest. Und dies Mehr an Geldsoll denen zu gute kommen, die das Korn verkaufen, damitfür sich selbst mehr Brot zu kaufen, wobei nicht ausge-schlossen, daß sie schon soviel bereits besitzen, um sich fürdie von dir erlangte Preiszulage unter Umständen Kuchen,
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