Ans deutsche Kaisertum und die deutsche Volksver-tretung sind am selben Tag geboren, sind Kinder eines unddesselben Gedankens. In der Stunde, da die Wundermärvon dem Fall des französischen Imperators sich aus denblutgetränkten Gefilden Sedans erhob, um im feurigen Flugdas Land zu durcheilen, entwand sich ganz von selbst derStimme des Volkes der Ruf: Jetzt muß das deutsche Kaiser-tum auferstehen, jetzt oder nie!Und so geschah's.
Keiner hat's erfunden, Keiner hat's ausgeklügelt, Keiuerhat es auf die Tagesordnung gesetzt. Der Gedanke, derWille, das Verlangen, sie entsprangen aus Kopf und Herzendes deutschen Volkes. Was Alles hinterher geschah, demSinn die Forin zu geben, war rein äußerliches Werk, dessenVollziehung sich, willig oder widerstrebend, dem unwider-stehlichen Gebot einer geschichtlichen Notwendigkeit anbe-quemte.
Wenn einstens mit historischer Rücksichtslosigkeit wirderzählt werden köunen, welcher Weise dies Kaisertum nachmancherlei Wehen den Tag der Geburt erlebt hat, wird auchim Einzelnen sich ergeben, daß weder Staatsknnst nochHerrscherwille vorangegangen, vielmehr, daß sie nur gefolgtsind. Wir Anderen, die wir, und zum Teil aus der Nähe,es miterlebt haben nnd nicht bloß Zeugen, sondern hie undda auch etwas mehr als das gewesen sind, wir wüßtendavon zu erzählen, wenn es bestritten werden sollte.