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weil er nicht fühlt, so geschieht ihm recht. Volsuti ric>Q ktii^uris,.
Wer, vom Westen der Stadt kommend, sich nach demReichstag begiebt, schreitet, unmittelbar ehe er dessen Ein-gang erreicht, zwischen zwei Standbildern hindurch, diebeide in derselben Tracht der Reitergenerale und genau somit der Faust auf dem Säbel, wie sich jüngst in feierlicherSitzung die heroische Gestalt des Kanzlers dem Gedächt-nis einprägte, rechts und links der Straße emporragen.Wrangels uud Graf Braudenbnrgs Deukmäler verewigendie Erinnerung an zwei tapfere Männer und an die wich-tigsten Thaten, welche von ihnen die Geschichte berichtet,daß sie nämlich eine preußische Nationalvertretung mit derGewalt der Waffen zum Schweigen gebracht haben.
Vielleicht, wenn nach Jahren das neue Reichstags-gebäude seiue Bestimmung erfüllt, führt der Weg zu ihman friedlicheren und freundlicheren Sinnbildern bürgerlicherSelbstbestimmung vorüber. Vielleicht auch wächst dann inden großartigen Räumen der Volksvertretung das Bewußt-sein dessen, was sie sein könnte und sollte. Denn auchdies großartige, monumentale, mit Kunstwerken reich aus-zuschmückende Haus ist ja nur eine Form, aber der Ge-danke, diese Form zu schaffen, entsprang gleichzeitig mitdem Gedanken au den deutschen Reichstag und ihm an-gepaßt, wie der Gedanke des Reichstags erstand gleichzeitigmit dem Gedanken an die Erneuerung des deutschenKaisertums. Beide wnrzeln innig verschlungen in dem-selben Gedanken eines einigen freien Vaterlandes, beidesollen ihrer Bestimmung gemäß wachsen und gedeihen inuntrennbarer Achtung der eigenen und der wechselseitigenRechte, so wie es die Botschaft Kaiser Friedrichs ver-kündet hat.