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5 (1897) Politische Schriften von 1879 bis 1892
Entstehung
Seite
245
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auch ein ^eil der Demokratie würden den Manu für eiueuVolksfeind erklären, welcher, um seiueu Geuosseu zur Kräfti-gung zu verhelfen, nur Eins verlangt, nämlich, daß sieinnerhalb der Grenzen des bürgerlichen Rechtes sich freibewegen, zusammenschließen und verabreden dürfen. EinSatz, zu dem sich auch iu Deutschland die vffeueu Geguerdes Staatssozialismus durchaus bekennen. Und zwar nichtallein, weil sie in dieser Freiheit eines der besten Mittelzur Kräftigung eines besonderen Arbeiterstandes sehen, son-dern weil iu diesem Recht der allgemeine Grundsatz einermöglichst großen Freiheit sür Alle in Leben und Webeuzur Anwendung kommt uud die mechauisierende, abstumpfendeMethode der Zwangswirtschaft bekämpft wird. Sie nehmenüberhaupt ihren Ausgangspunkt nicht von der Cinteiluugder Staatsaugehörigeu iu besondere Stände, verschmähendeshalb auch jeue groteskem Versuche, die nenerdings unterdem tönenden Namen derHebung" bald dieses, bald jenesStandes in Mode gekommen sind, nm die Angehörigeneines Berufs mehr durch Ansprüche, die sie an die Gesellschaft, ak dnrcb solche, die sie an sich machen, zn höherenLeistungen zn befähigen. In der Anerkennung eines Ar-beiterstandes mit besonderen Rechten liegt für den Arbeiterdie Gefahr, daß ans dem Privileg eine Unterordnung werde.Marx nud Lassalle als aristokratisiereude Demagogen habendieser Staudesbetouuug bednrst, um sich des Arbeiters fürihre Herrschsucht zu bedienen, uud die Sozialpolitik des Deut-schen Reiches hat dieselbe Kastenbilduug dahiu verwertet,dem Arbeiter das Recht der Selbstverantwortuug zu nehmenund ihn in ihre gesetzlichen ZwaugSvorrichtuugeu zu sperren.Wie undurchführbar der Anspruch vou Hause aus ist, wirdschon dadurch ersichtlich, daß die Definition des Arbeiterszu guterletzt nur in der Grenze eines gewisfen Einkommens(von zweitausend Mark oder weniger) gefunden werden