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konnte. Aus dem Stand der Arbeiter ist ein Stand derUnbemittelten geworden.
Die Summe der Übel, zu denen auf diesem Wege derKeim in die Gesetzgebung gelegt ist, erschöpft sich nicht, wieman gemeinhin annimmt, in der Gefahr, das; dieselbe immermehr sozialistischen Versuchen überliefert wird. So schäd-lich solche Experimente ausfallen mögen, es giebt doch etwasnoch viel Schlimmeres. Nämlich die Entartung des Bvll>Naturells, ich sage nicht des Nolkscharaktero, um den morali-sierenden Beigeschmack zu vermeiden, der mit dem Wortverbunden werden könnte.
Wer da meint, der Staat mache sich seine Menschen,hat allerdings nichts der Art zu befürchten. Eine möglichststarke Regierung wird nach solcher Meinung auch immerstärkere Menschen machen. Wer aber der Ansicht ist, das;die Menschen den Staat machen, wird natürlich auch zuder entgegengesetzten Schlußfolgerung gelangen. Im Grnndesitzt hier das ganze Problem: Genügt die Form, nm sichdas Material zu schaffen, das sich in ihr bewegt, oderbildet sich diese Gesamtsorm aus dem Material und nachdessen Anlagen heraus? Man sollte denken, die Fragestellen hieße sie beantworten. Dennoch hat bei uns diefrühere individualistische Auffassung im Laufe weniger Jahrein die jetzige staatsvergötternde und menschcnverachtendeumschlagen können. Ich sage bei uns, obwohl der Porgangsich in der ganzen Welt in verschiedenen Abstufungen wieder-holt. In den oben erwähnten paar Sätzen des englischenProletariatsvertreters ist ja selbst die Anspielung daraufenthalten, daß ähnliche Ideen bedenklichen Umfang in seinemLande angenommen haben; uud wir wüßten das, auchwenn er es nicht sagte. England kontinentalisiert unddemokratisiert sich nach vielen Seiten hin, aber glücklicher-weise für die Nation hat eine lauge Vorgeschichte doch ebeu